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Aktuelles

Unser Programm im Februar

Im Februar gibt Itay Dvori ein visuell begleitetes Konzert seiner Vertonungen von grafischer Literatur. Das bewegte und bewegende Leben von Luise Straus-Ernst, der ersten Frau des Malers Max Ernst, stellt Eva Weissweiler im Gespräch mit Christian Bau vor. Über Nomaden der Liebe und Nomaden des Krieges in Syrien sowie über ihren neuen, noch unveröffentlichten Roman sprechen wir mit Olga Grjasnowa.

 

Programm: Was demnächst läuft

Do, 23. Feb 2017
Lesung und Gespräch mit Olga Grjasnowa
Foto: René Fietzek

Olga Grjasnowa erzählt in ihren Romanen Der Russe ist einer, der Birken liebt (2012) und Die juristische Unschärfe einer Ehe (2014) die Geschichten einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat, die von der Liebe träumt, aber auch nicht weiß, wie man mit der Liebe lebt. In ihrem im Frühjahr 2017 erscheinenden Roman Gott ist nicht schüchtern glauben die Schauspielerin Amal und der Arzt Hammoudi an die Revolution in ihrem Land. Dann müssen sie vor dem entsetzlichen Krieg in Syrien fliehen, retten sich in großer Not vor dem Ertrinken, landen in Berlin. Grjasnowas Romane erinnern uns immer wieder daran, dass es nicht nur diese eine Welt vor unserer Haustür gibt, sondern sehr viele Welten, und dass es sich lohnt, sie kennenzulernen.

 

Mi, 8. Mär 2017
Buchvorstellung mit Beate Meyer und Miriam Rürup

»Leider hatte der ‚Führer‘ keine großen Sympathien für mich«, so umschrieb Fritz Benscher (1904-1970) die Jahre der Ausgrenzung, Verfolgung und Haft in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. In der Weimarer Republik hatte Benscher erste Erfahrungen am Theater und beim jungen Rundfunk gesammelt. Nach seiner Befreiung wurde er als Oberspielleiter bei Radio München eingestellt, wo er sich als Jude, Ex-KZ-Häftling, Linker und Hamburger positionierte. Mit bissigem Witz verschrieb er sich der  Reeducation seiner Landsleute und kämpfte später engagiert gegen die Wiederbewaffnung. Beate Meyer erzählt die Lebensgeschichte Fritz Benschers und zeigt so eine andere Geschichte der jungen Bundesrepublik, die mehr war als nur der biedere Adenauer-Staat.

Konzert
So, 19. Mär 2017
Konzert mit Svetlana Kundish und Patrick Farrell

Seit 2013 kreieren Svetlana Kundish und Patrick Farrell ihren ganz eigenen musikalischen Kosmos, der in keine Schublade passen will und sich zwischen klassischem Kunstlied und jiddischer Volksballade positioniert. Zwischen Avantgarde und Tradition – überraschend neu oder historisch überliefert: Die feinen Kompositionen Farrells erwachen zum Leben, wenn diese beiden renommierten Musiker aus dem Global Yiddish Shtetl zusammen auftreten. Im Zentrum seiner Vertonungen steht die moderne, neue jiddische Lyrik des 20./21. Jahrhunderts von Dichterinnen aus Nordamerika, Europa und Israel. Die daraus entstandenen Lieder schaffen einen intimen und emotionalen Rahmen für Liebe, Sehnsüchte, Ängste und Träume.

 

Do, 30. Mär 2017
Lesung und Gespräch mit Jörg Später und Martin Bauer

Siegfried Kracauer, geboren 1889 in Frankfurt am Main, gestorben 1966 in New York, war in seinem Leben vieles: Architekt und Schriftsteller, Redakteurder Frankfurter Zeitung und gefragte Person des Weimarer Kulturbetriebes, Teil des philosophischen Quartetts mit Adorno, Benjamin und Bloch, Jude und politischer Linker. Von 1933 bis 1941 war er auf der Flucht, zuerst nach Paris, um dann über Marseille und Lissabon nach New York zu gelangen. Dort mischte er in der psychologischen Kriegsführung mit, betätigte sich aber auch als Filmschriftsteller, als Sozialwissenschaftler und zuletzt als das, was er immer war: ein philosophischer Autor. Jörg Später hat sich auf die Spuren dieses facettenreichen Lebens begeben und die erste große Biographie über diesen außergewöhnlichen Mann geschrieben.

Was kürzlich lief

Di, 21. Feb 2017
Lesung und Gespräch mit Eva Weissweiler

Luise Straus-Ernst ist bekannt als erste Frau des Malers Max Ernst und Muse der Dadaisten und Surrealisten. 1893 als Tochter einer jüdischen Fabrikantenfamilie in Köln geboren, war sie jedoch viel mehr: die erste promovierte Kunsthistorikerin ihrer Generation, Verfasserin von Kurzgeschichten, Romanen und Rundfunkautorin der ersten Stunde. Eine prominente Journalistin der Weimarer Republik, deren Themenspektrum über Kunst und Theater bis hin zu Kriminalfällen reichte. In ihrem Künstlerkreis verkehrten Paul Klee, Lionel Feininger, André Breton, Paul Eluard und Tristan Tzara. Eva Weissweiler hat Leben und Werk dieser faszinierenden Frau neu entdeckt und wird mit Christian Bau über ihr Buch sprechen.

 

Konzert
Sa, 4. Feb 2017
Ein visuelles Klavierkonzert mit Itay Dvori

Mit der Vertonung grafischer Literatur hat das yam yabasha ensemble unter der Leitung des Komponisten und Pianisten Itay Dvori ein „neues Genre“ geschaffen: das Comic-Konzert. Auch als Solist widmet sich Dvori dem Inspirationsverhältnis von Bild und Klang. Mit seinen auskomponierten sowie improvisierten Bildvertonungen lädt er dazu ein, den Raum von und für Musik neu zu vermessen. Dvoris Musik-Miniaturen zu Szenen aus Comics von Manuele Fior (Die Übertragung), Joann Sfar (Pascin) und Shaun Tan (The Arrival) bilden einen Ausgangspunkt für das sich an das 70-minütige Konzert anschließende gemeinsame Gespräch über die Bedeutung von Musik und Literatur in Zeiten sozialer und globaler Kollisionen.

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