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Aktuelles

Im März: Facettenreiche Lebensläufe und außergewöhnliche Musik

Im März stellt Beate Meyer im Gespräch mit Miriam Rürup das bewegende Leben des Holocaust-Überlebenden Fritz Benscher vor, der in der Bundesrepublik zum Rundfunk- und Fernsehstar avancierte. Die Ausnahmemusiker Svetlana Kundish und Patrick Farrell geben ein Konzert neuer jüdischer Musik jenseits von Klezmer.
Über den politischen wie philosophischen Autor und Denker
Siegfried Kracauer wird sein Biograph Jörg Später mit Martin Bauer sprechen.

 

Programm: Was demnächst läuft

Do, 30. Mär 2017
Lesung und Gespräch mit Jörg Später und Martin Bauer

Siegfried Kracauer, geboren 1889 in Frankfurt am Main, gestorben 1966 in New York, war in seinem Leben vieles: Architekt und Schriftsteller, Redakteurder Frankfurter Zeitung und gefragte Person des Weimarer Kulturbetriebes, Teil des philosophischen Quartetts mit Adorno, Benjamin und Bloch, Jude und politischer Linker. Von 1933 bis 1941 war er auf der Flucht, zuerst nach Paris, um dann über Marseille und Lissabon nach New York zu gelangen. Dort mischte er in der psychologischen Kriegsführung mit, betätigte sich aber auch als Filmschriftsteller, als Sozialwissenschaftler und zuletzt als das, was er immer war: ein philosophischer Autor. Jörg Später hat sich auf die Spuren dieses facettenreichen Lebens begeben und die erste große Biographie über diesen außergewöhnlichen Mann geschrieben.

Mi, 5. Apr 2017
Lesung und Gespräch mit Eva Umlauf und Stefanie Oswalt

Eva Umlauf war als zweijähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz interniert – beide überlebten. Sie wird sich später nicht an diese Zeit erinnern können, doch schlummert das Trauma ihrer Vergangenheit unter der Oberfläche. Sehr berührend erzählt sie, gemeinsam mit der Journalistin Stefanie Oswalt, ihre Lebensgeschichte.

Do, 27. Apr 2017
Ruth Rosenfeld liest aus den Tagebüchern der Künstlerin

Die in Hamburg geborene Künstlerin Eva Hesse (1936-1970) gilt als Ikone der amerikanischen Kunst der 60er Jahre. Mit ihren Skulpturen aus vorgefundenen Industriematerialien, später Latex und Fiberglas, hinterließ sie ein wegweisendes Werk. Ihre Arbeiten befinden sich heute in den großen Museen der Welt. Die Lesung findet anlässlich der lange erwarteten Publikation ihrer Tagebücher von 1955-1970 statt (Hauser & Wirth Publishers/Yale University). Sie sind eine aufschlussreiche Quelle, um ihrer Künstlerpersönlichkeit und dem Geheimnis ihrer Kunst näher zu kommen.

Was kürzlich lief

Konzert
So, 19. Mär 2017
Konzert mit Svetlana Kundish und Patrick Farrell

Seit 2013 kreieren Svetlana Kundish und Patrick Farrell ihren ganz eigenen musikalischen Kosmos, der in keine Schublade passen will und sich zwischen klassischem Kunstlied und jiddischer Volksballade positioniert. Zwischen Avantgarde und Tradition – überraschend neu oder historisch überliefert: Die feinen Kompositionen Farrells erwachen zum Leben, wenn diese beiden renommierten Musiker aus dem Global Yiddish Shtetl zusammen auftreten. Im Zentrum seiner Vertonungen steht die moderne, neue jiddische Lyrik des 20./21. Jahrhunderts von Dichterinnen aus Nordamerika, Europa und Israel. Die daraus entstandenen Lieder schaffen einen intimen und emotionalen Rahmen für Liebe, Sehnsüchte, Ängste und Träume.

 

Mi, 8. Mär 2017
Buchvorstellung mit Beate Meyer und Miriam Rürup

»Leider hatte der ‚Führer‘ keine großen Sympathien für mich«, so umschrieb Fritz Benscher (1904-1970) die Jahre der Ausgrenzung, Verfolgung und Haft in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. In der Weimarer Republik hatte Benscher erste Erfahrungen am Theater und beim jungen Rundfunk gesammelt. Nach seiner Befreiung wurde er als Oberspielleiter bei Radio München eingestellt, wo er sich als Jude, Ex-KZ-Häftling, Linker und Hamburger positionierte. Mit bissigem Witz verschrieb er sich der  Reeducation seiner Landsleute und kämpfte später engagiert gegen die Wiederbewaffnung. Beate Meyer erzählt die Lebensgeschichte Fritz Benschers und zeigt so eine andere Geschichte der jungen Bundesrepublik, die mehr war als nur der biedere Adenauer-Staat.

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