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Programm 2020

Di, 28. Apr 2020
Georg Stefan Troller – Jahrhundertmensch
Georg Stefan Troller (Foto: © Norbert Schmidt)

Der legendäre Reporter, Filmemacher und Schriftsteller Georg Stefan Troller ist mit 98 Jahren ein Jahrhundertmensch. Mit 17 floh der Sohn eines jüdischen Pelzhändlers aus Wien vor den Nazis in die USA und kehrte als amerikanischer GI zurück. Seit 1949 lebt Troller in Paris – filmt, fotografiert und schreibt und erklärt den Deutschen Frankreich. Mit der Sendereihe Pariser Journal erobert er in den 60ern das deutsche Publikum. Er revolutioniert das deutsche Fernsehen mit seiner Neugierde und Grandezza und einer radikal persönlichen, verblüffend intimen Art zu fragen.

Mo, 27. Apr 2020
2016, 91 Min., OF mit dt. UT Film und Gespräch mit Peter Stephan Jungk, dem Regisseur des Films - Im Rahmen der Tage des Exils

Edith Tudor-Hart führte ein bewegtes Leben. Nachdem sie in Wien wegen "kommunistischer Umtriebe" verhaftet wurde, gelang es ihr wenig später, nach London zu emigrieren. Dort wurde sie mit ihren fotografischen Sozialreportagen bekannt und eine der wichtigsten österreichisch-britischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig arbeitete sie für den KGB und spielte eine Schlüsselrolle bei der Rekrutierung des berühmten Spionageringes der Cambridge Five

Lockdown-Lektüre
Do, 23. Apr 2020
Von Sarah Levy
Foto: Sarah Levy

Ein Running Gag macht derzeit in Tel Aviv die Runde. „Ich bin auf der Suche nach Eiern“ ist in Zeiten des Coronavirus zum geflügelten Satz geworden. Eine Nachbarin erzählt, sie habe ihn sogar benutzt, als sie an der Strandpromenade, der Tajelet, von Polizisten erwischt wurde. Die Beamten hätten verständnisvoll reagiert und sie laufen lassen. Zur Tarnung ihres Ausflugs ans Meer hatte sie sich vorsichtshalber demonstrativ eine große Tasche mit dem Aufdruck einer Supermarktkette unter den Arm geklemmt.

Lockdown-Lektüre
Mo, 6. Apr 2020
Von Adriana Altaras
Adriana Altaras (© Gene Glover)

Vor einigen Tagen habe ich Raffis Geburtstag vergessen. Er hat mich angerufen, wegen einer Lappalie, wir haben diese lange erörtert und am Ende hat er gesagt, er gehe heute Abend zu einem Vortrag über Canetti. Schließlich habe er heute Geburtstag. Wie hatte ich den vergessen können! Tausendmal entschuldigte ich mich. Ich finde, Geburtstage sind heilig, man darf sie einfach nicht vergessen. Ich war bedrückt, Raffi tröstete mich, es sei völlig normal, Geburtstage zu vergessen. Er sagte, ich sei wie Levi. Levi riefe ihn immer zum Geburtstag an.

Do, 2. Apr 2020
Zum 100. Geburtsjahr und 50. Todesjahr von Paul Celan - Vortrag und Gespräch mit dem Autor Thomas Sparr
Thomas Sparr - (Foto © juergen-bauer.com)

Kein anderes Gedicht hat nach 1945 solche Berühmtheit erlangt wie Paul Celans Todesfuge. Entstanden unter dem unmittelbaren Eindruck der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten, gilt es als eines der frühesten literarischen Zeugnisse der Shoah. Wie kein zweites deutschsprachiges Werk in der Nachkriegszeit setzt es eine ganze Epoche ins Bild und entfaltet eine enorme, noch immer andauernde internationale Wirkungsgeschichte. In viele Sprachen übersetzt, wurde es Teil der Weltliteratur, der Musik und der bildenden Künste.