Fast 400 Jahre führten Jessuruns in Hamburg ein unbescholtenes Kaufmannsleben in Hamburg. Im 16. Jh. waren sie vor der vernichtenden Inquisition von Portugal nach Hamburg geflohen.
Während Teile der Bevölkerung (darunter auch der Pastor von St. Petri) die Juden drangsalierten, hielt der Senat seine schützende Hand über die wirtschaftlich potenten Zuwanderer. Spätestens im 19. Jh. fühlte man sich vollkommen assimiliert, wohnte in der Rothenbaumchaussee und feierte sowohl Chanukka als auch Weihnachten. Mit dem Inkrafttreten der „Nürnberger Gesetze“ 1935 war klar, dass man Deutschland verlassen musste. Unter erniedrigenden Umständen gelang Jessuruns 1938 die Flucht nach Portugal.
Karen Michels, Dr. phil.: Studium der Kunstgeschichte in Bonn und Hamburg, Promotion 1987 mit einer Dissertation über Le Corbusier.
