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Programm

Do, 13. Jul 2017
Vortrag und Gespräch mit Lina Barouch

Zwei Sprachen, zwei kulturelle Identitäten? So einfach ist es nicht. Es gibt ein „Dazwischen“, eine Zone des Unbenennbaren, des Schweigens zwischen den Sprachen. Umso mehr, wenn ein durch Emigration und Vertreibung erzwungener Sprachwechsel hinzukommt – ein heute wieder höchst aktuelles Thema. Ausgehend von Paul Celans Rede vom „Gegenwort“ hat Lina Barouch mit dem Begriff einer „Gegensprache“ das Schreiben der drei deutsch-jüdischen Autoren Gershom Scholem, Werner Kraft und Ludwig Strauss  im sprachlichen Spannungsfeld zwischen Deutsch und Hebräisch untersucht.

Mi, 28. Jun 2017
Lesung und Gespräch mit Bettina Baltschev

»Amsterdam: was für eine schöne, unverwechselbare Stadt! Sie wurde zur Zuflucht, sie lässt uns arbeiten«, schwärmte Klaus Mann. Und sie war mehr als ein temporärer Wohnort: Ab 1933 wurde der Querido­ Verlag zur publizistischen Heimat für viele aus Deutschland geflohene Autoren, wie Joseph Roth, Irmgard Keun und Lion Feuchtwanger. Bettina Baltschev erzählt, flanierend durch das heutige Amsterdam, vom Leben und Werk der Exilschriftsteller und ihrer Verleger.

Do, 22. Jun 2017
Vortrag und Gespräch mit Wilfried Weinke

Schon vor 1933 hatte sich Heinz Liepman (1905-1966) im literarischen Feld Deutschlands positioniert. Vor den Nationalsozialisten ins französische, englische und amerikanische Exil geflohen, kehrte er 1947 nach Deutschland zurück. Obwohl Heinz Liepman bis zu seinem Lebensende ein vielfach gedruckter und im Rundfunk tätiger Journalist war, geriet er nach seinem Tod in Vergessenheit. Dank langjähriger Recherchen, zahlreicher persönlicher Kontakte zu Angehörigen, Freunden und Kollegen Liepmans gelingt Wilfried Weinke eine detailreiche biografische Rekonstruktion zu dessen Leben und Werk.

Do, 15. Jun 2017
Vortrag mit musikalischen Beispielen von Hanno Loewy

Ende des 19. Jahrhunderts veränderte ein deutsch-jüdischer Emigrant in den USA die Welt: Mit Emil Berliners Erfindung des Grammophons und der Schallplatte hatte das Zeitalter der Massenunterhaltung ihr erstes globales Medium gefunden. 100 Jahre lang waren Schellack und Vinyl die Tonträger der populären Kultur. Auf ihnen verdichteten sich die Utopien und Katastrophen, Illusionen und Hoffnungen des 20. Jahrhunderts. Hanno Loewys Geschichte der Schallplatte erzählt von jüdischen Erfindern, Musikern, Komponisten, Musikproduzenten und Songwritern von den ersten Grammophonen und Schellackplatten bis zur Auflösung des Mediums im World Wide Web.

Mo, 22. Mai 2017
Vortrag und Gespräch mit Giuseppe Veltri

Toleranz ist ein Begriff, den man vor allem in den letzten Monaten ungern verwendet. Die gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen lassen uns aber keine andere Möglichkeit, als darüber konstruktiv zu denken und eine Antwort geben, die den geopolitischen Entwicklungen und ihren Konsequenzen Rechnung trägt. Giuseppe Veltris Vortrag wird sich mit dem Thema aus Sicht der jüdischen Quellen beschäftigen und die Frage aufwerfen, was Toleranz mit Skepsis zu tun hat und wieso wir heute in unserer Gesellschaft mehr Skepsis als politische Dogmen brauchen.