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Programm

Mo, 25. Jun 2018
Gespräch

Nach Auffassung Hannah Arendts kann „poetisches Denken“ neue Wirklichkeiten herstellen. An Vergangenes und zugleich Gegenwärtiges anknüpfend, eröffnet es die Möglichkeit, „Zukünftigkeit“ zu entwerfen. Die Aufgabe des Kunstwerks sei die ständige Neuschöpfung der Welt. Es kann dadurch Denkprozesse anstoßen über unsere Fähigkeit zur Gestaltung der Wirklichkeit. Dieser Vorstellung poetischen Denkens soll im Gespräch mit Amir Eshel anhand von Werken der Literatur, der Poesie und der Bildenden Kunst nachgegangen werden.

Sa, 9. Jun 2018
Künstlergespräch mit Natan Dvir und Tal Alon im Rahmen der 7. Triennale der Photographie

Der in New York lebende israelische Künstler Natan Dvir (geb. 1972) ist bekannt durch seine im öffentlichen Raum aufgenommenen Straßenszenen, die den Betrachter durch die verschiedenen Bildebenen irritieren und menschliche Aspekte von politischen, sozialen und kulturellen Fragen aufgreifen. In einer Kooperation zwischen dem Jüdischen Salon am Grindel, den Deichtorhallen Hamburg und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft spricht Dvir mit Tal Alon, Journalistin und Gründerin von SPITZ Magazine in Berlin, über die Person hinter seinen Arbeiten.

Do, 17. Mai 2018
Vortrag und Gespräch mit Bernhard Jensen und Andreas Brämer

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in der jüdischen Bevölkerung ein kulturelles Selbstbewusstsein jenseits von Religion und Assimilation. Zu dieser jüdischen Renaissance zählten auch Initiativen, die die jüdische Tradition in der Moderne wiederentdeckten und als Ausdruck ihrer eigenen Identität begriffen. Die Soncino-Gesellschaft, 1924 gegründet, integrierte Orthodoxe, Liberale und Zionisten. Mit 650 Mitgliedern gehörte sie zu den großen bibliophilen Vereinen der Weimarer Republik. Bis 1937 erschienen von der hebräischen Bibel bis zu zeitgenössischer Literatur über hundert Publikationen.

Di, 8. Mai 2018
Vortrag und Gespräch mit Miriam Bistrovic

„Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben, verbunden mit beständiger Unruhe,“ schrieb Albert Einstein im November 1922 auf einer Notiz des Hotel Imperial in Tokio. Mit den Worten, dass dieser unscheinbare Zettel einst wertvoller sein würde als Trinkgeld, steckte er das Papier einem Dienstboten zu. Der große Denker sollte recht behalten: bei einer Auktion im Oktober 2017 brachten diese Zeilen ihrem Besitzer 1,5 Millionen US-Dollar ein. Nicht nur die Auswirkungen von Albert Einsteins Besuch sind bis heute spürbar. Obwohl Schätzungen zufolge aktuell nur 1.000-1.500 Jüdinnen und Juden in Japan leben, prägten jüdische Persönlichkeiten im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert die Geschichte des Landes nachhaltig. Im Vortrag werden Einzelschicksale vorgestellt, die beispielhaft Einblicke in die komplexe Geschichte von Juden in Japan geben.

Do, 26. Apr 2018
Lesung und Gespräch mit Hans-Peter Föhrding und Heinz Verfürth

Über eine Viertelmillion osteuropäische Juden, die meisten aus Polen, strandeten in den Nachkriegsjahren in Westdeutschland. Der neue Antisemitismus hatte sie aus ihren Heimatländern vertrieben. Ausgerechnet in Deutschland begaben sie sich unter die Obhut der westlichen Siegermächte. Es sollte nur Transit sein, auf dem Weg nach Palästina oder in die USA. Doch es dauerte, und deshalb entfaltete sich in den Camps für einige Zeit das altvertraute Schtetl-Leben Osteuropas. Das Buch zeichnet die politischen Linien dieser heute weitgehend vergessenen Epoche nach, erklärt sie aber auch anhand der Schilderung von vielen Einzelschicksalen.