Rothenbaumchausee 20 | 20148 Hamburg
Telefon: +49 - (0)176 21 99 82 72
E-Mail: info@salonamgrindel.de

Programm

Vortrag
Di, 20. Nov 2018
Vortrag und Gespräch mit Vivian Liska

Was ist in der Moderne und Post-Moderne noch übrig von Kernkonzepten jüdischer Tradition wie Messianismus, Gesetz, Exil, Erwählung und Erinnerung? Welche veränderte Form und Funktion nehmen sie an? Und (wie) wird Tradition überhaupt noch weitergegeben? Vivian Liska ist diesen Fragen in ihrem aktuellen Buch German-Jewish Thought and its Afterlife anhand der Werke wichtiger deutsch-jüdischer Denker*innen wie Franz Kafka, Walter Benjamin, Gershom Scholem, Hannah Arendt und Paul Celan nachgegangen. Sie zeigt die vielfachen Dialoge und Konversationen jener Denker*innen der Moderne und untersucht die Rezeption und Transformation dieses Denkens in postmodernen Theorien von Maurice Blanchot und Jacques Derrida ebenso wie die Aneignung oder auch Ablehnung bei einigen der bekanntesten Denker an der Schwelle zum 21. Jahrhundert wie Giorgio Agamben, Slavoj Žižek und Alain Badiou. Im Salon gibt Vivian Liska in Vortrag und Gespräch Einblicke in ihre Beschäftigung mit dem wechselhaften Schicksal deutsch-jüdischen Denkens bis in unsere Gegenwart.

Do, 6. Dez 2018
Ein Abend über Ossip Mandelstam – mit Michael Hanemann und Gottfried Eberle

Im Zusammenspiel von Wort und Klang entsteht die Dichtung und bewegt sich auch der Abend mit Gedichten des russisch-jüdischen Dichters Ossip Mandelstam.

Mandelstam wurde 1891 in Warschau geboren und wuchs in St. Petersburg auf, wo er sich als junger Dichter dem Kreis der Akmeisten um Anna Achmatowa anschließt, der dem herrschenden Symbolismus eine diesseitigere Dichtung entgegensetzte. Die revolutionären Umbrüche seiner Zeit, die gesellschaftlichen und menschlichen Verwerfungen, die damit einhergehen, spiegeln sich in seinem Werk wie in seinem Leben. Zweimal wurde Mandelstam unter Stalin verhaftet. Er verstarb 1938 in einem sowjetischen Gulag.