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Programm

Mi, 21. Feb 2018
Gespräch mit Micha Brumlik, Max Czollek und Anna Schapiro

Mit der Zeitschrift Jalta wurde 2017 ein Forum eröffnet, in dem jüdische und nicht-jüdische Stimmen zu Wort kommen. Die Autor*innen stellen mehrheitsgesellschaftliche Deutungsmuster und Erwartungen an die jüdische Community in Frage, reflektieren die Diversität der Post-Migrationsgesellschaft und zeigen Möglichkeiten der Allianzbildung auf. Die zweite Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt Desintegration versammelt wissenschaftliche, essayistische, künstlerische und literarische Beiträge.

Di, 6. Feb 2018
Lesung und Gespräch mit Rainer René Mueller

Der Dichter Rainer René Mueller ist ein Geheimtipp geblieben.Wer ihn entdeckt, erlebt eine kleine Sensation. Joachim Sartorius bedauert sehr, ihn nicht in sein Handbuch der politischen Lyrik aufgenommen zu haben. Er schreibt: „Wir müssen seine Gedichte lesen.“ Die brillanten Gedichte gehen tief unter die Haut. Alltagswörter berühren sich auf zarte und ungeheure Weise, erklingen wie nie zuvor und erhellen das Vergangene in der Gegenwart.

 

Do, 1. Feb 2018
Vortrag und Gespräch mit mit Ruth Zeifert

Jüdisch ist, wer Kind einer jüdischen Mutter ist. Die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, ist da eindeutig. Es kommt allein auf die Mutter an. Herkunft und Glauben des Vaters sind für den Status irrelevant. In den Jüdischen Gemeinden sind sie nicht registriert. Dieser Status steht oft im Widerspruch zum Selbstbild und zur Fremdwahrnehmung. Gehören die „Vaterjuden“ nicht auch zur jüdischen Gemeinschaft? Ruth Zeifert hat dieses Phänomen in ihrer Dissertation untersucht und Gespräche mit so genannten „Vaterjuden“ geführt.

Do, 25. Jan 2018
Lesung und Gespräch mit Jeanette Erazo Heufelder und Deborah Steinborn

Manchmal braucht es zur Verwirklichung
 von guten Ideen einfach Geld. Der 
Ruf des von Horkheimer und Pollock 
gegründeten und von Adorno geprägten
 Frankfurter „Instituts für Sozialforschung“
 strahlt in alle Welt. Weniger bekannt ist,
 woher das Geld für diese Einrichtung
 kam.

Do, 18. Jan 2018
Lesung und Gespräch mit Marita Keilson und Jos Versteegen

Im Sommer 1944 lebt Hans Keilson, vor den Nazis in die Niederlande emigriert, versteckt und unter falschem Namen bei niederländischen Freunden in Delft. Dort lernt er eine junge Frau kennen, verliebt sich. Für sie schreibt er 46 Sonette – auf Deutsch, in der Sprache des gemeinsamen Feindes, 
in denen Krieg und Verfolgung wie auch das Nachdenken über Liebe und Dichtkunst Widerhall finden. Als nach dem Tod Hans Keilsons seine Frau Marita 
Keilson den Nachlass ordnete, fand sie die Sonette, wobei erst durch dasTransskript des ebenfalls 1944 entstandenen und 2014 herausgegebenen „Tagebuch 1944“ der Zusammenhang zu der leidenschaftlichen Begegnung mit Hanna Sanders deutlich wurde.