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Programm

Do, 25. Okt 2018
Vortrag und Gespräch mit Michael Studemund-Halévy

Sie nannten ihre neue Heimat Jerusalem, sie gaben ihren Synagogen messianische Namen und ließen ihre Schiffe unter biblischen Namen über den Atlantik segeln, der in wenigen Jahrzehnten zu einem jüdischen Atlantik wurde.

Die Nachkommen der von der Iberischen Halbinsel geflüchteten ehemaligen zwangsgetauften Juden sahen in der jüdischen Besiedlung der Karibik und der Neuen Welt einen Hinweis auf ein messianisches Zeitalter.

Di, 16. Okt 2018
Lesung und Gespräch mit Michael K. Nathan

Am 20. August 2018 ist Uri Avnery in Tel Aviv gestorben. Fast sein ganzes langes Leben hat er sich streitbar und mit dem Einsatz seiner Person für den Frieden mit den Palästinensern und der Gründung eines Palästinensischen Staates eingesetzt. Er war Initiator und Mitbegründer der Friedenbewegung Gush Schalom (= Friedensblock) und kämpfte mit der von ihm über 40 Jahre geleiteten  Zeitschrift HaOlam HaZeh (= Diese Welt) für ein „Israel ohne Zionismus“ (so der Titel eines seiner Bücher). Seine Freundschaft mit Jassir Arafat  wurde aber nicht nur von der israelischen Rechten mit Unverständnis aufgenommen. Michael K. Nathan – sein langjähriger Deutschland-Korrespondent, Freund und Übersetzer – wird über seine Begegnungen mit Uri Avnery  berichten und Stella Jürgensen ausgewählte Texte von Uri Avnery lesen.

Di, 25. Sep 2018
Buchvorstellung mit Anat Feinberg

Remigration, die Rückkehr aus dem Exil, war lange Zeit ein unterbelichtetes – mitunter zu heikles – Thema der Zeitgeschichte. Das gilt auch für die Berufsgruppe der Theaterkünstler, die in ganz besonderer Weise »im Rampenlicht« der Öffentlichkeit stand. Anat Feinberg hat erstmals die Schicksale von 200 jüdischen Theaterkünstler untersucht, die nach 1945 entweder auf Dauer oder vorübergehend ins geteilte Deutschland zurückkehrten. Zu den bekanntesten unter ihnen zählten Ernst Deutsch, Steffie Spira oder Claudius Kraushaar.

Mi, 12. Sep 2018
Buchvorstellung mit dem Herausgeber Moritz von Bredow

Charlotte Baerwald, geb. Lewino, (1870–1966) hinterließ eine Familienchronik, in welcher sie die Prozesse der Akkulturation und Assimilation ihrer aus der Pfalz stammenden jüdischen Familie sowie der ihres Mannes Arnold Baerwald vor dem Hintergrund der soziokulturellen, politischen und historischen Entwicklung in Deutschland beschreibt.

Die Tochter einer früh verwitweten, alleinerziehenden Mutter studierte Klavier bei Eugenie und Clara Schumann sowie bei Theodor Leschetizky und erzählt ihre Familiengeschichte über bald 150 Jahre. Sie entwirft facettenreiche Portraits und lädt ein, am Alltagsleben dieser Familien teilzuhaben, aus denen bedeutende Ärzte, Wissenschaftler, Juristen, Kaufleute, Künstlerinnen und Künstler hervorgegangen sind. Humorvoll erzählte, heitere Anekdoten sowie Beschreibungen ihrer Begegnungen mit Musikern, Schauspielern, Frauenrechtlerinnen und Politikern vermitteln faszinierende Einblicke in das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Deutschland des 19. und 20. Jahrhunderts, künden aber auch vom dann nicht mehr aufzuhaltenden Nationalsozialismus.

Di, 4. Sep 2018
Lesung und Gespräch mit Giselle Cycowicz und Sabine Adler

Die amerikanisch-israelische Traumatherapeutin Giselle Cycowicz praktiziert noch mit über 90 Jahren. Sie behandelt immer noch Menschen, die wie sie das Konzentrationslager überlebt haben. Als Teenager las sie fasziniert Stefan Zweigs Die Heilung durch den Geist und träumte seitdem davon, Psychologin zu werden. 1944 wurde sie mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte und emigrierte mit ihrer Mutter und ihren Schwestern nach New York. Mit 42 Jahren verwirklichte sie ihren Traum und studierte Psychologie am Brooklyn College in New York.

Sabine Adler erzählt sehr bewegend von dieser beeindruckenden Frau und ihrer Biografie, eingewoben in die Begegnungen und Gespräche mit ihren Patienten, denen man in ihrem persönlichen Umfeld in Israel sehr nahekommt.