Im Café Leonar | Grindelhof 59 | 20146 Hamburg
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Aktuelles

Der Jüdische Salon im August und September

Liebe Freundinnen und Freunde des Jüdischen Salons,

Wie bereits angekündigt, werden wir am 26. August und 3. September unsere Veranstaltungsprogramm wieder aufnehmen. Der Abend über Paul Celans „Todesfuge“ mit Thomas Sparr ist bereits ausgebucht. Für die Buchvorstellung von Dana von Suffrins „Pflanzen für Palästina: Otto Warburg und die Naturwissenschaften im Jischuw“ am 3. September gibt es noch Karten, die man online auf unserer Website oder telefonisch bei 0176 21 99 82 72 bestellen kann.

Auch wenn es hoffentlich zu keinem großflächigen Corona-Lockdown mehr kommen wird, werden wir unsere Reihe der Lockdown-Lektüren weiterführen und Sie an Gedanken und Inhalten zeitgenössischer Autoren teilhaben lassen. Den Schreibenden ermöglichen wir so ein kleines Einkommen.

Die Verfasserin des unten abzurufenden Gedichts mit dem Titel Die Zeit beschwören ist Marie Rotkopf. Sie ist 1975 in Paris geboren und lebt seit vielen Jahren in Hamburg. Wir freuen uns sehr, dass sie zugesagt hat, die 7. Lockdown-Lektüre für uns zu schreiben. Merci!

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und noch viele sonnige, entspannte Sommertage.

Bleiben Sie gesund und heiter! 

Herzliche Grüße aus dem Grindelhof, Ihr
Jüdischer Salon am Grindel

BuchvorstellungGespräch
Do, 3. Sep 2020
mit Dana von Suffrin und Markus Flohr

Was erzählen Eukalyptus, Weizen und Wald in Palästina über Menschen, Politik und Ideologie? Dana von Suffrin untersuchte in ihrer Promotionsschrift dasWirken einer Gruppe von Zionisten um Otto Warburg (1859–1938), die mit Hilfe von Wissenschaft einen jüdischen Staat gründen wollte. Pflanzen waren nützlich, sie veränderten und europäisierten die Landschaft, sie symbolisierten aber auch Nachhaltigkeit, Permanenz und das Produktivitätsethos des Zionismus.

GesprächVortrag
Mi, 26. Aug 2020
Zum 100. Geburtsjahr und 50. Todesjahr von Paul Celan - Vortrag und Gespräch mit dem Autor Thomas Sparr
Thomas Sparr - (Foto © juergen-bauer.com)

Kein anderes Gedicht hat nach 1945 solche Berühmtheit erlangt wie Paul Celans Todesfuge. Entstanden unter dem unmittelbaren Eindruck der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten, gilt es als eines der frühesten literarischen Zeugnisse der Shoah. Wie kein zweites deutschsprachiges Werk in der Nachkriegszeit setzt es eine ganze Epoche ins Bild und entfaltet eine enorme, noch immer andauernde internationale Wirkungsgeschichte. In viele Sprachen übersetzt, wurde es Teil der Weltliteratur, der Musik und der bildenden Künste. 

Lockdown-Lektüre
Mo, 10. Aug 2020
Von Marie Rotkopf
Marie Rotkopf (Foto © Katja Klein)

- Le pays est en état d‘urgence, dit le Premier ministre, et je suis en état d‘érection.
Pierre Goldman
Et quoi que j‘apprenne, je ne sais pas, pourquoi je saigne, et pas toi.

Jean-Jacques Goldman

 

In der Dringlichkeit

Sein

Du bist außerhalb der Zeit

Du solltest voran kommen und du bist wie von der Zeit aufgehängt

Lockdown-Lektüre
Fr, 3. Jul 2020
Von Anna Schapiro
Anna Schapiro - Foto: Valentin Lutset

Dieser Text setzt da an, wo alles Anfang März für mich endete, oder begann.
Dass seitdem viel passiert ist, brauche ich nicht zu erklären. Die letzten Monate waren auch für mich von Ängsten geprägt, meinen eigenen Ängsten und jenen der Menschen, die mir wichtig sind. Von rationalen und weniger rationalen Gedanken und Handlungen, dem Verschicken von Calciumpäckchen an Freund*innen zur Stärkung des Immunsystems.  

Lockdown-Lektüre
Do, 11. Jun 2020
Von Esther Dischereit
Esther Dischereit (© Bettina Straub)

Ich wollte unbedingt zu James Agee und Walker Evans, die 1936 durch den mittleren Süden der USA reisten. Der Schriftsteller und der Fotograf unternahmen eine Reise zur Erforschung bestimmter „normaler Notlagen“, „eine Anstrengung in menschlicher Wirklichkeit“, wie sie sagten. Franklin D. Roosevelt und New Deal. Was wollte ich in Alabama? Und dem Mangel an Sozialversicherung?

Lockdown-Lektüre
Sa, 30. Mai 2020
Eine Lesereise von Mati Shemoelof - aus dem Hebräischen von Sebastian Schirmeister

In den letzten Jahren tauche ich immer tiefer hinab in die Schatzkammern der deutschen Kultur. Ich lese und schreibe und denke über Fragen von Identität und Zugehörigkeit in Zeiten der israelischen und jüdischen Migration nach Deutschland nach. Zeiten, die im Grunde genommen 1743 mit der Ankunft Moses Mendelssohns in Berlin begannen. Gehört die deutsche Identität nur denjenigen, die einen deutschen Ausweis besitzen? Gehört die deutsche Identität vielleicht auch denen, die sich mit ihr identifiziert haben oder ohne deutschen Pass in diesem Land leben?

Lockdown-Lektüre
Fr, 8. Mai 2020
Von Peter Stephan Jungk
Foto Jungk

Ich rufe die ältesten meiner Pariser Freunde an, will hören, wie es ihnen geht. Beginne beim Doyen der Runde: Der legendäre Dokumentarfilmer und Schriftsteller Georg Stefan Troller wird im Dezember 99 Jahre alt. Vor wenigen Tagen sollten wir im Jüdischen Salon am Grindel einen gemeinsamen Abend bestreiten, wie schade: er musste abgesagt werden. Yamze, Trollers aus Georgien stammende Hausangestellte, hebt das Fixtelefon ab, sie kümmert sich um ihn seit dem Tod seiner Frau, vor zwei Jahren. Sie weint, als ich sie bitte, mich zu verbinden. Ich erschrecke.

Lockdown-Lektüre
Do, 23. Apr 2020
Von Sarah Levy
Foto: Sarah Levy

Ein Running Gag macht derzeit in Tel Aviv die Runde. „Ich bin auf der Suche nach Eiern“ ist in Zeiten des Coronavirus zum geflügelten Satz geworden. Eine Nachbarin erzählt, sie habe ihn sogar benutzt, als sie an der Strandpromenade, der Tajelet, von Polizisten erwischt wurde. Die Beamten hätten verständnisvoll reagiert und sie laufen lassen. Zur Tarnung ihres Ausflugs ans Meer hatte sie sich vorsichtshalber demonstrativ eine große Tasche mit dem Aufdruck einer Supermarktkette unter den Arm geklemmt.

Lockdown-Lektüre
Mo, 6. Apr 2020
Von Adriana Altaras
Adriana Altaras (© Gene Glover)

Vor einigen Tagen habe ich Raffis Geburtstag vergessen. Er hat mich angerufen, wegen einer Lappalie, wir haben diese lange erörtert und am Ende hat er gesagt, er gehe heute Abend zu einem Vortrag über Canetti. Schließlich habe er heute Geburtstag. Wie hatte ich den vergessen können! Tausendmal entschuldigte ich mich. Ich finde, Geburtstage sind heilig, man darf sie einfach nicht vergessen. Ich war bedrückt, Raffi tröstete mich, es sei völlig normal, Geburtstage zu vergessen. Er sagte, ich sei wie Levi. Levi riefe ihn immer zum Geburtstag an.

Was kürzlich lief

Di, 28. Apr 2020
Georg Stefan Troller – Jahrhundertmensch
Georg Stefan Troller (Foto: © Norbert Schmidt)

Der legendäre Reporter, Filmemacher und Schriftsteller Georg Stefan Troller ist mit 98 Jahren ein Jahrhundertmensch. Mit 17 floh der Sohn eines jüdischen Pelzhändlers aus Wien vor den Nazis in die USA und kehrte als amerikanischer GI zurück. Seit 1949 lebt Troller in Paris – filmt, fotografiert und schreibt und erklärt den Deutschen Frankreich. Mit der Sendereihe Pariser Journal erobert er in den 60ern das deutsche Publikum. Er revolutioniert das deutsche Fernsehen mit seiner Neugierde und Grandezza und einer radikal persönlichen, verblüffend intimen Art zu fragen.

Mo, 27. Apr 2020
2016, 91 Min., OF mit dt. UT Film und Gespräch mit Peter Stephan Jungk, dem Regisseur des Films - Im Rahmen der Tage des Exils

Edith Tudor-Hart führte ein bewegtes Leben. Nachdem sie in Wien wegen "kommunistischer Umtriebe" verhaftet wurde, gelang es ihr wenig später, nach London zu emigrieren. Dort wurde sie mit ihren fotografischen Sozialreportagen bekannt und eine der wichtigsten österreichisch-britischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig arbeitete sie für den KGB und spielte eine Schlüsselrolle bei der Rekrutierung des berühmten Spionageringes der Cambridge Five

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