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Aktuelles

Programm November 2020

Liebe Freundinnen und Freunde des Jüdischen Salons,

Der erneute Anschlag auf eine Synagoge, diesmal hier in Hamburg - quasi vor der Haustür - nur wenige Tage vor der Jährung des Anschlags in Halle, hat uns alle erschüttert. Der verletzte Student ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wir wünschen und hoffen, dass er sich körperlich und seelisch von diesem brutalen Angriff erholen wird. Natürlich werden wir uns nicht davon abhalten lassen, das Programm des Jüdischen Salons fortzusetzen und laden Sie alle herzlich ein, dabei zu sein. 

Kämpferisch könnte man sagen „Wir sind alle deutsche Juden“. Diesen Titel mit Geschichte hat sich Daniel Cohn-Bendit für den, mit Niko Apel gedrehten, sehr persönlichen Film über sein Verhältnis zu Judentum und Israel ausgesucht. Wir zeigen den Film zusammen mit dem Abaton am 8. November 2020 um 11 Uhr im Abaton Kino. Daniel Cohn-Bendit und Niko Apel werden anwesend sein. Karten dafür gibt es ausschließlich im Kino. Online unter diesem Link oder unter der Telefonnummer 41 320 320. 

Und auch in der Veranstaltung über den von Marie Luise Knott herausgegebenen Band „Wir Juden“ mit Aufsätzen von Hannah Arendt am 26. November 2020 um 19.30 Uhr im Warburg-Haus geht es um die „Jüdische Frage“. Darin sind Texte versammelt, die einen geradezu visionär anmuten im jetzigen Moment. 

Bitte beachten Sie, dass an beiden Veranstaltungsorten Corona-bedingt viel weniger Plätze zur Verfügung stehen wie in normalen Zeiten.

Wir würden uns freuen, Sie zu sehen. 

Bleiben Sie gesund und aufmerksam!

Herzliche Grüße aus dem Grindelhof

Ihr,

Jüdischer Salon am Grindel 

Film
So, 8. Nov 2020
von Niko Apel, Frankreich 2020, 73 Min., französisch-deutsche OF mit deutschen UT
Daniel Cohn-Bendit © Siècle Productions

Daniel Cohn-Bendit und Niko Apel werden anwesend sein. 

Daniel Cohn-Bendit, der Studentenführer von einst und spätere Grünen-Politiker, hat sich sein Leben lang mit seiner europäischen Identität beschäftigt, sie gelebt. Wie aber definiert und reflektiert er – der in der 68er-Bewegung als „deutscher Jude“ bezeichnete – seine jüdische Identität? Ist es der von Sartre postulierte Antisemitismus, der ihn zum Juden macht? 

GesprächVortrag
Do, 26. Nov 2020
mit Marie Luise Knott

„Jude sein gehört zu den unbezweifelbaren Gegebenheiten meines Lebens.“

Hannah Arendt beginnt Ende der 1920er-Jahre mit ihrer Arbeit über die Salonière Rahel Varnhagen, sich mit der jüdischen Geschichte in Deutschland und Europa zu beschäftigen, denn bedingt durch den zunehmenden Antisemitismus war ihr Jüdischsein eine „politische Frage“ geworden. Nach ihrer Flucht in die USA setzt sie sich verstärkt mit Fragen zu einem neuen kulturellen und politischen Selbstbewusstsein aus jüdischer Perspektive auseinander. Der mit großer Sachkunde klug komponierte Band versammelt alle zu Lebzeiten veröffentlichten Aufsätze der provokanten Philosophin – in einem weiten Zeitbogen und Spektrum – zu denThemen: jüdische Geschichte, Selbstermächtigung, Antisemitismus, Flucht und Exil, Genozid, Nationalstaatsgründung und Diaspora. 

Lockdown-Lektüren

Lockdown-Lektüre
Mo, 14. Sep 2020
Von Lena Gorelik
Lena Gorelik - Foto © Charlotte Troll

Als wäre Lena ein Automat, der Geschichten ausspuckt, sobald man eine Münze einschmeißt. »Lena, schreib’ doch eine Geburtstagskarte für Herrn X«, sagt meine Mutter seit einiger Zeit in regelmäßigen Abständen, dabei kenne ich weder Herrn X noch Herrn Y. Als hätte meine schriftstellerische Karriere etwas mit außergewöhnlich kreativen Gratulationen für mir unbekannte Menschen zu tun. Ich sage dennoch ja. Ja zum Leben, ja zu den Glückwunschkarten und ja zu der Geschichte über Rosch Haschana.

Lockdown-Lektüre
Mo, 10. Aug 2020
Von Marie Rotkopf
Marie Rotkopf (Foto © Katja Klein)

- Le pays est en état d‘urgence, dit le Premier ministre, et je suis en état d‘érection.
Pierre Goldman
Et quoi que j‘apprenne, je ne sais pas, pourquoi je saigne, et pas toi.

Jean-Jacques Goldman

 

In der Dringlichkeit

Sein

Du bist außerhalb der Zeit

Du solltest voran kommen und du bist wie von der Zeit aufgehängt

Lockdown-Lektüre
Fr, 3. Jul 2020
Von Anna Schapiro
Anna Schapiro - Foto: Valentin Lutset

Dieser Text setzt da an, wo alles Anfang März für mich endete, oder begann.
Dass seitdem viel passiert ist, brauche ich nicht zu erklären. Die letzten Monate waren auch für mich von Ängsten geprägt, meinen eigenen Ängsten und jenen der Menschen, die mir wichtig sind. Von rationalen und weniger rationalen Gedanken und Handlungen, dem Verschicken von Calciumpäckchen an Freund*innen zur Stärkung des Immunsystems.  

Was kürzlich lief

BuchvorstellungGespräch
Do, 3. Sep 2020
mit Dana von Suffrin und Markus Flohr

Was erzählen Eukalyptus, Weizen und Wald in Palästina über Menschen, Politik und Ideologie? Dana von Suffrin untersuchte in ihrer Promotionsschrift dasWirken einer Gruppe von Zionisten um Otto Warburg (1859–1938), die mit Hilfe von Wissenschaft einen jüdischen Staat gründen wollte. Pflanzen waren nützlich, sie veränderten und europäisierten die Landschaft, sie symbolisierten aber auch Nachhaltigkeit, Permanenz und das Produktivitätsethos des Zionismus.

GesprächVortrag
Mi, 26. Aug 2020
Zum 100. Geburtsjahr und 50. Todesjahr von Paul Celan - Vortrag und Gespräch mit dem Autor Thomas Sparr
Thomas Sparr - (Foto © juergen-bauer.com)

Kein anderes Gedicht hat nach 1945 solche Berühmtheit erlangt wie Paul Celans Todesfuge. Entstanden unter dem unmittelbaren Eindruck der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten, gilt es als eines der frühesten literarischen Zeugnisse der Shoah. Wie kein zweites deutschsprachiges Werk in der Nachkriegszeit setzt es eine ganze Epoche ins Bild und entfaltet eine enorme, noch immer andauernde internationale Wirkungsgeschichte. In viele Sprachen übersetzt, wurde es Teil der Weltliteratur, der Musik und der bildenden Künste. 

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