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Aktuelles

Im April: Hebräisches Theater und ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte

Im April sprechen Thomas Lewy und Sebastian Schirrmeister über die Ursprünge des hebräischen Theaters und die Theaterschaffenden im britischen Mandatsgebiet Palästina in den 1930er und 1940er Jahren. Hans-Peter Föhrding und Heinz Verfürth stellen ihr Buch über die in Deutschland nach 1945 eingerichteten jüdischen Flüchtlingscamps vor.

Schauen Sie gerne auch einmal auf die Berichte, die anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums im Januar 2018 u. a. in Jüdische Allgemeine, Welt am Sonntag, im Hamburger Abendblatt, neues deutschland oder SZENE erschienen sind. Im NDR-Hörfunk in der Sendung Schabat Schalom vom 12. Januar ist ebenfalls von uns zu hören – und wir werden als "Geheimtipp" empfohlen.

 

Programm: Was demnächst läuft

Do, 26. Apr 2018
Lesung und Gespräch mit Hans-Peter Föhrding und Heinz Verfürth

Über eine Viertelmillion osteuropäische Juden, die meisten aus Polen, strandeten in den Nachkriegsjahren in Westdeutschland. Der neue Antisemitismus hatte sie aus ihren Heimatländern vertrieben. Ausgerechnet in Deutschland begaben sie sich unter die Obhut der westlichen Siegermächte. Es sollte nur Transit sein, auf dem Weg nach Palästina oder in die USA. Doch es dauerte, und deshalb entfaltete sich in den Camps für einige Zeit das altvertraute Schtetl-Leben Osteuropas. Das Buch zeichnet die politischen Linien dieser heute weitgehend vergessenen Epoche nach, erklärt sie aber auch anhand der Schilderung von vielen Einzelschicksalen.

Di, 8. Mai 2018
Vortrag und Gespräch mit Miriam Bistrovic

„Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben, verbunden mit beständiger Unruhe,“ schrieb Albert Einstein im November 1922 auf einer Notiz des Hotel Imperial in Tokio. Mit den Worten, dass dieser unscheinbare Zettel einst wertvoller sein würde als Trinkgeld, steckte er das Papier einem Dienstboten zu. Der große Denker sollte recht behalten: bei einer Auktion im Oktober 2017 brachten diese Zeilen ihrem Besitzer 1,5 Millionen US-Dollar ein. Nicht nur die Auswirkungen von Albert Einsteins Besuch sind bis heute spürbar. Obwohl Schätzungen zufolge aktuell nur 1.000-1.500 Jüdinnen und Juden in Japan leben, prägten jüdische Persönlichkeiten im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert die Geschichte des Landes nachhaltig. Im Vortrag werden Einzelschicksale vorgestellt, die beispielhaft Einblicke in die komplexe Geschichte von Juden in Japan geben.

Do, 17. Mai 2018
Vortrag und Gespräch mit Bernhard Jensen und Andreas Brämer

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in der jüdischen Bevölkerung ein kulturelles Selbstbewusstsein jenseits von Religion und Assimilation. Zu dieser jüdischen Renaissance zählten auch Initiativen, die die jüdische Tradition in der Moderne wiederentdeckten und als Ausdruck ihrer eigenen Identität begriffen. Die Soncino-Gesellschaft, 1924 gegründet, integrierte Orthodoxe, Liberale und Zionisten. Mit 650 Mitgliedern gehörte sie zu den großen bibliophilen Vereinen der Weimarer Republik. Bis 1937 erschienen von der hebräischen Bibel bis zu zeitgenössischer Literatur über hundert Publikationen.

Was kürzlich lief

Mi, 4. Apr 2018
Vortrag und Gespräch mit Thomas Lewy

Unter den jüdischen Emigrantinnen und Emigranten, die in den 1930er Jahren aus dem nationalsozialistischen Deutschland ins britische Mandatsgebiet Palästina geflohen waren – den sogenannten „Jeckes“ – hatten es die Theaterschaffenden besonders schwer. Thomas Lewy hat ein Buch darüber geschrieben und wird in seinem Vortrag Werdegänge dieser „Jeckes“ im neuen Land sowie ihre schwierigen kulturellen Auseinandersetzungen zwischen den westlichen und östlichen Theatertraditionen vorstellen. Dabei wird er auch archivierte Filmaufnahmen von damaligen Theateraufführungen präsentieren.

Di, 20. Mär 2018
Lesung und Gespräch mit Thomas Sparr

Anfang der 1920er Jahre als Gartenstadt angelegt, wurde der Vorort Rechavia vor allem ab 1933 zum Zentrum der deutschen Juden. Else Lasker-Schüler lebte hier, Gershom Scholem, Martin Buber, und ein lebhafter deutsch-jüdischer Mikrokosmos. Idyllisch gelegen, doch mit schwierigem Alltag, lag Rechavia im Fadenkreuz der lange geteilten Stadt; Gegenwart und Vergangenheit der Shoah lasteten auf seinen Bewohnern. Zugleich aber war dies der Ort deutsch-israelischer Annäherung.

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