Der Abend im Rahmen der Ausstellung „Zuschreibung: Jüdisch – Fragen an die Geschichte des MARKK“ (28.8.2026 – 27.6.2027) eröffnet seltene Einblicke in zwei bedeutende jüdische Sammlungen Hamburgs und ihre bewegten Geschichten.
Was demnächst läuft
Margarete Mauthner (1863–1947) war eine der prägenden Sammlerinnen und Mäzeninnen in Berlin um 1900. Mit ausgeprägtem eigenem Urteil förderte sie etwa Max Liebermann, Lovis Corinth und Vincent van Gogh. Im Rahmen der Ausstellung „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“ im Bucerius Kunst Forum...
Er nennt sie seine „Diamanten“. Oder „Trottel“, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragischkomischen Debüt erzählt David Vajda von vier Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie...
Es ist die Geschichte eines engagierten Menschen im 20. Jahrhundert. Geboren in einer religiösen Familie deutscher Juden machte sich Kurt Hirschfeld einen Namen als Theaterkünstler, musste als Kommunist und Jude vor den Nazis flüchten. In Zürich wurde er Dramaturg am Schauspielhaus und holte Talente wie Bertolt Brecht oder Therese Giehse ans Theater.
So lautete der Titel der Ausstellung, die im Jüdischen Museum in Wien von Oktober 2025 bis April 2026 zu sehen war. Im Ankündigungstext hieß es: „Welche Hautfarbe haben Jüdinnen und Juden – und welche werden ihnen zugeschrieben? Wie verorten sie sich selbst? Die Ausstellung geht diesen Fragen nach und beleuchtet jüdische Identitäten im Spannungsverhältnis zwischen Eigendefinition, Antisemitismus und Rassismus.“
Unter der „Migration aus der Türkei“ wird in Deutschland vor allem die Migration von Arbeitsmigrant:innen assoziiert. Und mit „jüdische Flucht – Türkei“ verbindet man meistens die Emigration der vom NS-Regime als ‚jüdisch‘ verfolgter Wissenschaftler:innen während der 1930er Jahre in die Türkei.
Vielleicht ist Zweifelssohn verrückt, vielleicht ein Genie, vielleicht ein Prophet, so genau lässt es sich nicht sagen. Jedenfalls sieht er Dinge, die andere nicht sehen. Er ist das Gegenteil von Leichtigkeit, trägt in seinem Koffer die Last der Geschichte. Max Czollek ringt in seinem ersten Roman mit einer Gegenwart zwischen Popliteratur und Untergangsvision.
Was kürzlich lief
Alles dreht sich um Califa, kurz: CLF. Die Militärführung auf der anderen Seite des Ozeans hat Zugriff auf das neue atomwaffenfähige Element – aber was ist mit Cistransatia, dem Gegner im Osten? Das Manuskript dieses Romans, den Justin Steinfeld 1955 in England verfasste, geriet in Vergessenheit und wurde erst jetzt wiedergefunden. In Zeiten eines Kriegs in Europa und der erneuten Rede von atomarer Bedrohung liest sich Califa bedenklich aktuell und überraschend modern. Steinfelds Fazit bestätigt sich: Solange es Nationen und damit Nationalismus gibt, wird es Krieg geben.
Eli Gross (1939–1996) hat den öffentlichen Raum Israels visuell mitgestaltet - und ist heute fast vergessen. Liad Shadmi hat Gross’ Werk rekonstruiert und neues Material entdeckt. Er zeigt, wie Eli Gross die europäische Moderne nach Israel übertrug - und stellt seinen Beitrag zur israelischen Designgeschichte vor.









