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Jüdische Displaced Persons (DPs) und die jiddischsprachige Presse von 1945-1950

mit Jim G. Tobias
Sonntag, 7. Juni 2026, 15.00 Uhr
Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Karolinenstraße 35, 20357 Hamburg

In der Nachkriegszeit kam es in Westdeutschland zu einer unerwarteten Wiedergeburt des nahezu vernichteten jüdischen Lebens. In zahlreichen Assembly Centers versammelten sich bis zu 200.000 zumeist osteuropäische Juden: Sie hatten die Konzentrationslager im Osten, im Untergrund überlebt oder sich dem Widerstand angeschlossen. Doch bleiben wollte im Land der Täter keiner. Da der Staat Israel noch nicht existierte, die klassischen Eimigrationsländer wie die USA, Kanada oder Australien eine äußerst restriktive Einwanderungspolitik betrieben, mussten die Menschen teilweise jahrelang in den „Wartesälen“ ausharren. In dieser Zeit entstand in den Camps eine selbstverwaltete, demokratische Gemeinschaft, mit eigenen Schulen, Sportvereinen, Theatern, Orchestern und Zei- tungen. Die jiddischsprachige Presse erfüllte eine bedeutende Aufgabe als öffentliches Kommunikationsmedium. Der Bedarf an Informationsvermittlung und öffentlicher Meinungsäußerung führte dazu, dass im Zeitraum von 1945 bis 1950 etwa 150 Zeitungen, Magazine und Mitteilungsblätter für Displaced Persons veröffentlicht wurden. (Repro nurinst Archiv) Anhand von einigen Artikeln, etwa aus der „Landsberger Lager Cajtung“ (später „Jidisze Cajtung“), der „Jidiszen Sport Cajtung“ ist das breite Spektrum der Berichterstattung über Politik, Sport, Kultur, Suchanzeigen nach Familienangehörigen, Lagerinformationen, Ratschläge zu Auswande rungsmöglichkeiten erfahrbar. 

Referent: Jim G. Tobias, Journalist und Historiker, ist Leiter und Mitbegründer des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts (www.nurinst.org). Im Mittelpunkt seiner Forschungen steht die Geschichte der jüdischen Displaced Persons (DPs).

Der Eintritt ist kostenlos, um eine Anmeldung bei birnbaum-blitspost@web.de wird gebeten.

 

 

Hinweise

Der Jüdische Salon am Grindel empfiehlt Vorträge, Filme, Bücher, Lesungen, Konzerte, Ausstellungen von Institutionen in Hamburg und befreundeten Künstlerinnen und Künstlern. Wir machen Sie darauf aufmerksam, was, wieviel und wie reichhaltig jüdische Kultur in unserer Stadt sein kann!

Schauen Sie auch einmal in die gemeinsam erstellte Broschüre ‹Netzwerk Jüdische Geschichte und Kultur in Hamburg›:

PDF Icon Netzwerk Jüdische Geschichte und Kultur in Hamburg
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