
Wie erzählen junge jüdische Lyriker:innen und Filmemacher:innen heute von Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit? Welche Bedeutung haben dabei Orte wie das Zuhause, öffentliche Räume oder religiöse Stätten? Der Vortrag widmet sich zeitgenössischer jüdischer Lyrik und Poesiefilmen, in denen Räume zu Trägern persönlicher und kollektiver Erinnerung werden.
Im Mittelpunkt stehen Werke jüdischer Künstler:innen der sogenannten dritten Generation nach der Shoah. Anhand ausgewählter Gedichte und Filme zeigt Anna Hofman, wie das Zusammenspiel von Wort und Bild Fragen von Herkunft, Sprache, Migration, Exil und Heimkehr sichtbar macht. Die künstlerischen Arbeiten eröffnen neue Perspektiven auf jüdisches Leben und können auch als Widerstand gegen Stereotypisierung und Antisemitismus verstanden werden, indem sie jüdische Stimmen selbstbewusst in den Vordergrund stellen.
Anna Hofman ist Doktorandin der Germanistik an der Universität Hamburg und Leo Baeck Stipendiatin 2025 bis 2026. In ihrer Forschung untersucht sie visuelle Motive und Darstellungen von Raum, Erinnerung und jüdischer Identität in Gedichten und Poesiefilmen jüdischer Künstlerinnen und Künstler der dritten Generation. Ihre Arbeit ist geprägt von kulturwissenschaftlicher Erinnerungsforschung sowie Literatur und Bildwissenschaften. Der Titel ihrer Dissertation lautet Visualizing Space: Third Generation Jewish Self Positioning in Poems and Poetry Films.
Gastgeberin ist Kristina Omelchenko
