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Hans Keilson: „Sonette“ und „Tagebuch 1944"

Lesung und Gespräch mit Marita Keilson und Jos Versteegen

Donnerstag, 18. Januar 2018 - 20:00
Jüdischer Salon im Café Leonar, Grindelhof 59, 20146 Hamburg

Im Sommer 1944 lebt Hans Keilson, vor den Nazis in die Niederlande emigriert, versteckt und unter falschem Namen bei niederländischen Freunden in Delft. Dort lernt er eine junge Frau kennen, verliebt sich. Für sie schreibt er 46 Sonette – auf Deutsch, in der Sprache des gemeinsamen Feindes, 
in denen Krieg und Verfolgung wie auch das Nachdenken über Liebe und Dichtkunst Widerhall finden. Als nach dem Tod Hans Keilsons seine Frau Marita 
Keilson den Nachlass ordnete, fand sie die Sonette, wobei erst durch dasTransskript des ebenfalls 1944 entstandenen und 2014 herausgegebenen „Tagebuch 1944“ der Zusammenhang zu der leidenschaftlichen Begegnung mit Hanna Sanders deutlich wurde.

Hans Keilson, Arzt, Psychoanalytiker, Schriftsteller, 1909 in Bad Freienwalde geboren, veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter 1933 bei S. Fischer Das Leben geht weiter und später Die Komödie in Moll, Der Tod des Widersachers sowie Da steht mein Haus. Keilson erhielt zahlreiche Literaturpreise, darunter den Welt-Literaturpreis 2008.

Marita Keilson-Lauritz ist Literaturwissenschaftlerin und lebt in den Niederlanden. Sie ist Herausgeberin von Hans Keilsons Tagebuch 1944 und veröffentlichte zahlreiche Schriften, u. a. zu Stefan George und seinem Kreis sowie zu den Anfängen der Schwulenbewegung.

Jos Versteegen ist ein niederländischer Dichter, Übersetzer und Autor. Er hat die Sonette ins Niederländische übertragen und mit Marita Keilson in der nun erschienenen zweisprachigen Ausgabe im Fischer-Verlag herausgegeben. Jos Versteegen arbeitet u. a. an einer Biographie über Hans Keilson.

Gastgeber ist Klaus Loebell.

 

Eintrittspreise: 
Normalpreis: 10 Euro (7,50 Euro für Freundeskreis-Mitglieder / 5 Euro ermäßigt)