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Programm 2016

Mi, 7. Dez 2016
Buchvorstellung mit Ruth Melcer und Ellen Presser
Foto: Marina Maisel

Die aus Polen stammende Shoah-Überlebende Ruth Melcer hat mit Unterstützung durch ihre Co-Autorin Ellen Presser nicht nur eine Sammlung ihrer jüdischen Familienrezepte vorgelegt, sondern sie verbindet diese auch mit ganz persönlichen Erinnerungen aus ihrer bewegten Lebensgeschichte. Ein genussvoller und einsichtsreicher Abend!

 

Do, 10. Nov 2016
Film und Gespräch

Die Dokumentation „The Arabic Movie“ (hebr. mit engl. UT, ca. 60 Min.) beschreibt ein frühes israelisches Ritual: Jede Woche wurde vor Anbruch des Schabbat, im einzigen Fernsehprogramm, ein arabischer Film gezeigt. Im Anschluss an die Filmvorführung teilen eine ägyptische Journalistin aus Berlin und eine Israelin in Hamburg ihre Erinnerungen an diese Filmnachmittage.

 

Do, 3. Nov 2016
Lesung und Gespräch mit Efrat Gal-Ed

Efrat Gal-Eds hochgelobte Biographie eines der größten Dichter jiddischer Sprache – weltweit die erste umfassende überhaupt – ist in Inhalt und Form außergewöhnlich: Die Lebensgeschichte Itzik Mangers (1901- 1969) wird verbunden mit einer lebendigen Schilderung der jiddisch-säkularen Kultur Osteuropas zwischen den Weltkriegen. Und gleichzeitig übernimmt die Autorin die Seitengestaltung des Talmud, mit erzählendem Haupttext, Abbildungen und erläuternden Seitentexten.

Mi, 26. Okt 2016
Gespräch mit mit Thomas Meyer und Miriam Rürup (AUSVERKAUFT!)

Hannah Arendts 1943 in New York erstmals erschienener paradigmatischer Text „We Refugees“ („Wir Flüchtlinge“) markiert den Beginn ihrer lebenslangen Beschäftigung mit Fragen zu Menschenrechten und dem Status  von Flüchtlingen. Der provokative und innovative Essay der politischen Theoretikerin soll anlässlich seiner Neuausgabe den Ausgangspunkt eines Gespräches geben, das Arendts Werk auch auf seine Aktualität hin prüfen möchte.

Di, 25. Okt 2016
Lesung und Gespräch mit Norman Manea

Seit dreißig Jahren lebt Norman Manea im Exil. Der Autor aus Rumänien ist ein großer Zeitzeuge von faschistischer und kommunistischer Diktatur. Die Widersprüche eines Lebens zwischen Ost und West und die Frage nach der jüdischen Identität hat er nicht nur in seinem literarischen Werk behandelt, er hat sie auch fortlaufend essayistisch kommentiert. Am Beispiel seiner eigenen Erfahrungen und der Auseinandersetzung mit Werken anderer Autoren beschreibt er den Zusammenhang von Exil, Sprache und Schreiben.

Mo, 12. Sep 2016
Lesung und Gespräch mit mit Sacha Batthyany

Wenige Wochen vor Kriegsende gibt Gräfin Margit Thyssen-Batthyány im österreichischen Rechnitz ein rauschendes Fest. Gegen Mitternacht verlassen die Gäste das Schloss und erschießen 180 Juden, die am Bahnhof auf den Weitertransport warten.Was genau in dieser Nacht geschah, ist bis heute unklar. Sacha Batthyany beginnt, nach Antworten zu suchen.  Dabei entdeckt er ein Geheimnis, das seinen Blick auf seine Familie und sich selbst verändert.

Do, 1. Sep 2016
Lesung und Gespräch mit Christoph Gutknecht

Die deutsche Sprache, wäre ein gutes Stück ärmer, wenn sie sich nicht den oft herzerfrischend treffenden und humorvollen Überresten des Jiddischen bedienen würde. Schlamassel, Pustekuchen, Saure-Gurken- Zeit, Hals-und Beinbruch, Macke, alle diese Begriffe und Wendungen hielten Einzug in den deutschen Sprachgebrauch und haben ihn bereichert. Christoph Gutknecht hat die Geschichten vieler eingedeutschter jiddischer Begriffe gesammelt und wird sie uns vorstellen.

Mi, 29. Jun 2016
Lesung und Gespräch mit Mark H. Gelber

Mark H. Gelber, einer der weltweit renommiertesten Stefan Zweig-Experten, widmet sich seit über 30 Jahren dem Verhältnis des Schriftstellers zum Judentum, das nach seinem Tod 1942 weitgehend übersehen oder als nachrangig betrachtet wurde. Seine Studien zeigen eindrücklich eine durchaus intensive Auseinandersetzung Stefan Zweigs mit jüdischen Fragen, auch mit dem Zionismus, angefangen von seinen Verbindungen zu Wiener kulturzionistischen Kreisen am Anfang des 20. Jahrhundert bis zu seinem Engagement für die verfolgten Juden in den 1930er Jahren.

Di, 28. Jun 2016
Lesung und Gespräch mit Olga Grjasnowa

Olga Grjasnowa erzählt in ihren Romanen Der Russe ist einer, der Birken liebt (2012) und Die juristische Unschärfe einer Ehe (2014) die Geschichten einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat, die von der Liebe träumt, aber auch nicht weiß, wie man mit der Liebe lebt.

So, 26. Jun 2016
Lesung und Gespräch mit Alfred Bodenheimer

Was als Sabbatical Gabriel Kleins an der Universität Basel harmlos beginnt, wird zur Ermittlung in einem rätselhaften Mordfall. Das Opfer, ein erfolgreicher Anwalt, Jude und zudem Vorstandsmitglied der Gemeinde, wurde erschossen. Klein lässt sich von einem jungen Kommissar einspannen, um Nachforschungen in der jüdischen Gemeinde anzustellen. Dabei wird der Zürcher Rabbi mit unterschiedlichsten Formen abgrundtiefen Hasses konfrontiert. Während seiner Ermittlungen tritt sein eigentliches Ziel, die Übersetzung eines Buches über den jüdischen Messias aus dem 16. Jahrhundert, in den Hintergrund. Zu unrecht.

Do, 9. Jun 2016
Vortrag und Gespräch mit Gundula Schiffer

Lea Goldberg (1911-1970), eine der berühmtesten Dichterinnen Israels, schrieb 1935 unmittelbar nach ihrer Emigration nach Palästina ihren Roman Verluste – Antonia gewidmet. Goldberg, die Anfang der Dreißiger Jahre in Berlin studiert hatte, entwirft um ihre Hauptperson, den ostjüdischen Dichter Elchanan, ein facettenreiches Porträt jüdischen Lebens im Berlin von 1932, das bereits von der Bedrohung des heraufziehenden Nationalsozialismus gezeichnet ist.

Do, 26. Mai 2016
Lesung und Gespräch mit Sebastian Schirrmeister

1917: Die ganze Welt führt Krieg...Die ganze Welt? Nein! In einer kleinen Sanitätsmission in Jerusalem hat eine Handvoll k. u. k. Offiziere keine größeren Sorgen als Paraden, Sex und Goldkurse. Eindrücklich und mit bissigem Witz schildert M.Y. Ben-Gavriêl die Absurdität des Weltkriegs während seiner Stationierung als österreichischer Offizier in der Heiligen Stadt. Mit der deutschen Erstveröffentlichung des um 1940 entstandenen Romans eröffnet der Arco Verlag in Kooperation mit den Universitäten Hamburg und Basel sowie der Israelischen Nationalbibliothek die Reihe „Europa in Israel“, die Texte aus israelischen Archiven zugänglich macht.

 

Mi, 18. Mai 2016
Lesung und Gespräch mit Doron Rabinovici

Doron Rabinovici und Natan Sznaider haben jüngst ihren Briefwechsel mit niemand Geringerem als Theodor Herzl, dem Begründer des Zionismus, veröffentlicht. Herzl hat diesen Trialog begonnen und wird von Rabinovici und Sznaider auf die Probe gestellt: Was ist aus der Vision von Altneuland geworden? Was hat uns Herzl heute noch zu sagen, zum Beispiel zum Konflikt mit den Palästinensern? Wie viel von seinem in Der Judenstaat dargelegten Programm findet sich im heutigen Israel?

 

Do, 5. Mai 2016
Dokumentarfilm und Gespräch mit Anat Manor

Die in Berlin lebende israelische Künstlerin Anat Manor nimmt in ihrer Dokumentation den Mikrokosmos deutsch-israelischer Zweierbeziehungen in den Blick: ernsthaft und humorvoll, ungeschminkt und doch empathisch.

Do, 14. Apr 2016
Junge Israelis und Palästinenser aus Israel im Gespräch

Zwei junge Israelis und zwei junge Palästinenser aus Israel werden sich bei uns begegnen, um über ihr Leben in Deutschland zu sprechen: Warum haben sie dieses Land gewählt? Wie fühlen sie sich aufgenommen? Und ist Deutschland der Ort für eine „Atempause“, für Abstand von den Konflikten in ihrer Heimat? Das Gespräch wird musikalisch begleitet.

Gastgeber ist Andreas Heller.

Do, 7. Apr 2016
Lesung und Gespräch mit Gila Lustiger (ausverkauft!)

Die unaufhörlichen Nachrichten von terroristischer Gewalt verändern uns, weil wir ihnen hilflos gegenüberstehen. Die in Paris lebende Schriftstellerin Gila Lustiger zeigt in ihrem klugen Essay, wie man einer tief empfundenen Erschütterung mit Vernunft begegnet und vehement unsere freiheitlichen Werte verteidigt – als Pariserin, Mutter zweier Kinder, Jüdin, Europäerin.

Fr, 11. Mär 2016
Vortrag, Ausstellung und Gespräch mit DEDE

Die Graffiti- und Streetartszene in Tel Aviv ist noch relativ jung, gehört aber bereits zu den interessantesten Spots in Europa. Der Künstler DEDE, einer der virulentesten Vertreter der Szene, wird im Rahmen dieser Kooperationsveranstaltung mit der Street Art School St. Pauli Karo Schanze aus erster Hand über das Phänomen und die Akteure berichten - und außerdem seine eigene Kunst vorstellen.

Do, 3. Mär 2016
Vortrag und Gespräch mit Klaus Theweleit (ausverkauft!)

Die Mörder lachen während des Tötens, sie lächeln und grinsen oftmals noch auf der Anklagebank. Der Kulturtheoretiker Klaus Theweleit, „einer der eigenständigsten und unangepassten Intellektuellen, die wir haben” (Frank Hertweck, Deutschlandfunk), analysiert dieses Täterlachen, das Triumphgefühl bei Massenmördern und Terroristen und entwirft ein provokantes Psychogramm der Tötungslust.

Do, 18. Feb 2016
Lesung und Gespräch mit Mirna Funk

Mirna Funk gelingt es in ihrem preisgekrönten Debütroman Winternähe, die komplexen Fragen einer deutsch-jüdischen Identät in einer spannenden Geschichte zwischen Deutschland und Israel zu verhandeln.

Sa, 13. Feb 2016
Konzert mit dem Internationalen Quartett

Jacob-Ber Gimpel gründete 1889 in Lemberg (heute Lviv, Ukraine) das erste unabhängige jiddische Theater Europas mit fester Adresse. Die Ära dieser berühmten Spielstätte endete mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Das Internationale Quartett hat Lieder aus der Zeit des Gimpel- Theaters aufgespürt und zu einem außergewöhnlichen Konzertabend gestaltet.

Mi, 10. Feb 2016
Buchvorstellung mit Sigrid Bauschinger, Aimée Paret und Gabriele von Arnim

Durch Handel und Industrie zum Ende des 19. Jahrhunderts rasant zu Wohlstand gekommen, wirkte die Familie Cassirer in Kunst und Philosophie, Pädagogik und Medizin, Literatur und Theater - bis zu ihrer Emigration.

Sigrid Bauschingers Biographie erzählt die Geschichte dieser einzigartig begabten Familie zum ersten Mal.

Do, 21. Jan 2016
Lesung und Gespräch mit Esther Dischereit und Max Czollek

Die erfolgreiche Autorin zahlreicher preisgekrönter Bücher, Hörspiele und Klanginstallationen, Esther Dischereit und der junge Lyriker Max Czollek lesen aus ihren Werken und diskutieren Fragen jüdischer Identität in der 2. und 3. Generation nach der Shoah.