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Programm 2014

Mi, 3. Dez 2014
Lesung und Gespräch mit Adriana Altaras

Deutscher zu sein, ist keine einfache Sache, gesteht Altaras - erst recht nicht in einer jüdischen Familie...Ein kluges, faszinierendes und vielstimmiges Porträt jüdisch-deutscher Gegenwart und ein unvergessliches Buch über Familie in all ihren tröstlichen und irrsinnigen Facetten.

 

Vortrag
Fr, 28. Nov 2014
Themenabend in Kooperation mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden

Über Walther Rathenau, der 1922 Außenminister der Weimarer Republik und wenige Monate später ermordet wurde, schrieb der Historiker Fritz Stern: „Nie zuvor (oder seither) sollte ein Jude einen so herausragenden Posten im politischen Leben Deutschlands bekleiden“. 

Es sprechen: Prof. Dr. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeitgeschichtliche Forschung Potsdam, Jasmin Sohnemann und Clemens Reichhold.

 

Do, 27. Nov 2014
Lesung und Gespräch mit Arnon Grünberg

Samarendra ist ein ehrgeiziger junger Architekt, der im Auftrag eines reichen Exil-Irakers eine Oper in Bagdad entwerfen soll. Bereits Frank L. Wright plante in den 50-er Jahren für König Faisal II. eine Oper. Damals scheiterte der Plan, würde er diesmal gelingen? Was dann passiert, führt zu nicht weniger als einer existentiellen Erschütterung. Grünbergs Der Mann, der nie krank war (Kiepenheuer & Wisch, 2014) bringt die trügerische Sicherheit, in der wir zu leben meinen, ins Wanken.

 

Film
Sa, 15. Nov 2014
Kinoabend im Abaton-Kino mit den Filmemachern

In Kooperation mit dem Abaton zeigen wir den Film "Im Labyrinth des Schweigens". Zu Gast und im Gespräch sind der Regisseur Giulio Ricciarelli, der Schauspieler Andre Szymanski sowie das Produzententeam. 

 

Do, 6. Nov 2014
Gerhard Henschel im Gespräch über sein Romanprojekt

Der Schriftsteller, Satiriker und Chronist Gerhard Henschel wird mit uns über die Ereignislosigkeit von Geschichte, seine Form des Erinnerns und seine Wünsche für die Zukunft sprechen.

Do, 30. Okt 2014
Gespräch mit der Chefredakteurin Tal Alon

Immer mehr Israelis zieht es nach Berlin. Der wohl wichtigste Unterschied zwischen dieser neuen und der bereits existierenden jüdischen Gemeinschaft ist der Gebrauch von Sprache und Kultur. An dieser Schnittstelle setzt Spitz Magazine an. Es will eine kulturelle, politische und soziale Orientierung für israelische Zuwanderer bieten, eine Brücke zu Deutschland und den Deutschen bauen und auch als praktischer Wegweiser dienen.

 

So, 28. Sep 2014
Diskussion mit den Regisseuren Ronit und Shlomi Elkabetz

Ronit und Shlomi Elkabetz, die Regisseure des erfolgreichen Films, diskutieren mit der Journalistin Tal Alon über ihr Werk sowie das israelische Scheidungsrecht. Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Filmfest Hamburg.

So, 14. Sep 2014
Lesung und Gespräch mit Alfred Bodenheimer
Alfred Bodenheimer

Als ein Mitglied seiner Gemeinde ermordet wird, ist Rabbi Klein bestürzt. Dann bittet ihn die Polizei um Übersetzung einiger hebräischer E-Mails des Toten. Heimlich beginnt Klein zu ermitteln – ein unbeirrter Wahrheitssucher, dessen Mut den Leser unweigerlich mitfiebern lässt. Alfred Bodenheimer, Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte, stellt im Rahmen dieser Kooperationsveranstaltung mit dem Harbourfront Literaturfestival sein Romandebüt vor.

So, 31. Aug 2014
Lesung und Gespräch mit Vanessa F. Fogel

Ein altes jüdisches Ehepaar in New York: Yankele und Dora Hertzmann. Sie haben mit Kaffee gehandelt und ein Imperium aufgebaut. Bei einem Familientreffen kommt es zum Eklat. Plötzlich tun sich Brüche und Abgründe in der Familie auf. Über die Vergangenheit wurde nie gesprochen. Doch der Bruch mit den Kindern setzt etwas frei in Hertzmann. Nachts, allein in seinem Studio, fängt er vor einer Videokamera an zu erzählen.

Vanessa F. Fogel stellt ihren neuen Roman Hertzmann's Coffee vor, der im Juli bei weissbooks.w erschienen ist.

So, 25. Mai 2014
Lesung und Gespräch mit Katja Petrowskaja

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Katja Petrowskaja stellt uns ihren Roman Vielleicht Esther vor, für den sie 2013 mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet und 2014 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde.

So, 18. Mai 2014
Lesung und Gespräch mit Marie Luise Knott

Die jüdische Philosophin Hannah Arendt hat sich umfassend mit dem Akt des Verzeihens beschäftigt. Lehnte sie Verzeihen als Akt der Nächstenliebe zunächst ab, beschrieb sie es später als Kategorie des Politischen, als einen Vertrag, den Menschen miteinander schließen können, damit ihre Taten nicht länger zwischen ihnen stehen. Doch wie kommt dieses Verzeihen zustande? Welche Bedingungen braucht es? Und was passiert mit der Erinnerung an die Vergangenheit und die begangenen Taten? Marie Luise Knott wird aus ihrem 2011 veröffentlichten Buch Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt lesen und mit uns über Verzeihen, Versöhnen und Verlernen sprechen.

 

So, 4. Mai 2014
Gespräch und Lesung mit Sigrid Löffler und Victoria von Trauttmansdorff

Wien, 1950er Jahre: Jeden Donnerstag treffen sich bei Theophil Kanakis Künstler, Schauspielerinnen, Journalisten. Von den Verfolgungen der Kriegszeit spricht hier keiner; neu beginnen will auch Kuno Adler, jüdischer Wissenschaftler, zurückgekehrt aus dem Exil. Er hofft, seine Arbeit dort weiterführen zu können, wo er sie verlassen musste.

Elisabeth de Waals Roman wurde nun erstmals posthum veröffentlicht und wird uns durch die Literaturkritikerin und Publizistin Sigrid Löffler, die das Nachwort verfasst hat, vorestellt. Im Anschluss wird die Schauspielerin Victoria von Trauttmansdorff aus dem Buch vorlesen.

So, 6. Apr 2014
Vortrag von Rabbinerin Elisa Klapheck

Im ejn kemach, ejn Tora (Sprüche der Väter 3:2)

Rabbinerin Dr. Elisa Klapheck ist Mitbegründerin des Frankfurter Vereins „Torat Hakalkala“, einem Forum für eine jüdische Wirtschafts- und Sozialethik. In Ihrem Vortrag wird sie die Grundzüge der Wirtschafts- und Sozialethik im Talmud darlegen und dabei auch die Unterschiede zwischen der optimistischen, rabbinischen und der kritischeren christlichen Sicht auf die Wirtschaft erläutern.

So, 23. Mär 2014
Lesung und Gespräch mit Jennifer Teege

Mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege durch einen Zufall, wer sie ist: die Enkelin des KZ-Kommandanten Amon Göth. Gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair hat sie sich intensiv mit ihrer Familiengeschichte beschäftigt und darüber ein Buch geschrieben, das sie in unserem Salon vorstellen wird.

So, 2. Mär 2014
Gespräch mit Lisa Kosok und Wiebke Müller - Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Hamburg Museum

Der Fall „Gurlitt“ hat die Notwendigkeit der Provenienzforschung wieder vor Augen geführt. Auch in Hamburg wächst seit Jahren das Wissen über die Herkünfte öffentlicher Sammlungen während der Zeit des Nationalsozialismus. Öffentliche Institutionen wie Museen waren in die Beraubung insbesondere der jüdischen Bevölkerung verstrickt. Das Provenienzforschungsprojekt am Hamburg Museum stellt seine „Forscher-Werkstatt“ vor, beleutet die Hintergründe und Motive für die Untersuchung und präsentiert erste (Zwischen-)-Ergebnisse.

So, 23. Feb 2014
Lesung und Gespräch mit Ari Rath und Stefanie Oswalt

Ari Rath, 1925 in Wien geboren und 1938 mit der Jugendbewegung nach Palästina emigriert, Kibbuznik, politischer Aktivist im Kreis um David Ben-Gurion und ab 1957 politischer Journalist bei der Jerusalem Post, deren Chefredaktion er von 1975 bis 1989 inne hatte, hat 2012 in Zusammenarbeit mit Stefanie Oswalt seine Memoiren veröffentlicht, die er in unserem Salon vorstellen wird.

Kafka-Reihe
So, 16. Feb 2014
Gespräch mit Mark H. Gelber

Mark H. Gelber wurde als anerkannter Kafka-Experte von der israelischen Nationalbibliothek als „expert consultant“ im Streit um den Nachlass Max Brods berufen, in dem sich auch zahlreiche Manuskripte Franz Kafkas befinden. Er hat weltweit über den „Fall“ berichtet, u.a. an der New School for Social Research in New York, der Stanford University sowie an den Universitäten in Antwerpen und Aachen. In unserem Salon wird der Professor für deutsch-jüdische Literaturgeschichte und Leiter des Zentrums für österreichische und deutsche Studien an der Ben-Gurion Universität in Beer Sheva die Geschichte des Nachlasses erläutern, über das Verhältnis Franz Kafkas zum Zionismus und zu Max Brod sprechen sowie die israelische Position im Streit um das Erbe darstellen.