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Programm 2019

GesprächLesung
Do, 12. Dez 2019
mit dem Autor Doğan Akhanlı
Doğan Akhanlı (© Thomas Krehwinkel)

Mit Die Madonna im Pelzmantel hat Sabahattan Ali, der 1948 auf der Flucht ermordet wurde, eine der größten Liebesgeschichten der türkischen Literatur geschaffen: Im Berlin der 1920er verliebt sich der unscheinbare Raif Efendi unsterblich in die jüdische Künstlerin Maria Puder. Diese Liebe endet tragisch. Doch war Maria Puder tatsächlich nur eine Romanfigur? Oder gehörte sie vielleicht zu den Passagieren des Flüchtlingsschiffes Struma, das 1942 auf dem Weg nach Palästina vor Istanbul versenkt wurde?

GesprächLesung
Mo, 2. Dez 2019
mit dem Autor Tomer Gardi
© Shiraz Grinbaum

Es ist selten, dass es Autoren gelingt, zwei einzigartige Bücher zu schreiben. Tomer Gardi hat es geschafft. In „unbeherrschtem“ Deutsch hat er mit seinem Text Broken German nicht nur die Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, sondern in der Folge den ganzen deutschsprachigen Literaturbetrieb herausgefordert, über sprachliche Grenzen und die poetische Kraft der Regelverletzung nachzudenken. Gardis literarisches Plädoyer für das befreite Spiel mit der fremden Sprache ist Familiengeschichte, Berlin-Roman und Krimi in einem.

BuchvorstellungGespräch
Do, 21. Nov 2019
mit dem Autor Abraham B. Yehoshua

Wegen Krankheit verschoben! 

Abraham B. Yehoshuas neuer Roman „Der Tunnel" wird als „eine Hymne an die Liebe, die kein Alter kennt“ bezeichnet und gilt als sein berührendstes Buch. Es zeigt die Geschichte eines Mannes auf der Reise zu sich selbst, ins Innerste der Seele, der Liebe und seines Landes Israel. 

BuchvorstellungGespräch
Mo, 11. Nov 2019
mit dem Autor Mati Shemoelof

Drei Orte, drei Kulturen, drei Zugehörigkeiten? Die Gedichte des israelischen Autors und „Araberjuden“ Mati Shemoelof erkunden die kulturellen, politischen und literarischen Verbindungen und Brüche zwischen der irakischen Herkunft seiner Familie, seinem israelischen Geburtsort und seiner deutschen Wahlheimat.

GesprächVortrag
Mi, 6. Nov 2019
Hamburg und seine jüdischen Architekten der 1920er Jahre - Mit Roland Jaeger

Die Diskussion um den inzwischen erfolgten Abriss des Deutschlandhauses (1928/29) am Gänsemarkt von Dr. Fritz Block und Ernst Hochfeld hat den Beitrag jüdischer Architekten der 1920er Jahre zur Moderne im Hamburger Stadtbild wieder bewusster gemacht. Neben diesem Büro waren damals auch Hans und Oskar Gerson (Ballinhaus/Meßberghof), Felix Ascher und Robert Friedmann (Tempelsynagoge), Semmy und Bernd Engel (Sophieneck), Gustav Oelsner (Haus der Jugend) sowie der am Chilehaus beteiligte Bauingenieur Willy Weltsch erfolgreich in der Hansestadt und Altona tätig.

Konzert
Di, 29. Okt 2019
Poetische Begegnungen zwischen Moskau und Detroit in Berlin

Konzert von Daniel Kahn, Vanya Zhuk und Yeva Lapsker

Der aus Detroit stammende und seit vielen Jahren auch in Berlin beheimatete Daniel Kahn wird international für seine Mischung aus Klezmer, Punk, Folk und Lyrik gefeiert. Im aktuellen Programm präsentiert er den sowjetischen Gitarrenbarden Bulat Okudzhava in neuen eigenen Nachdichtungen und mehrsprachiger Performance auf Englisch (mit einem Hauch von Russisch und Jiddisch).

BuchvorstellungFilm
Di, 22. Okt 2019
Mit dem Autor Hanns Zischler

Franz Kafka war ein leidenschaftlicher Kinogänger. Hanns Zischler, bekannt für seine Lust, in unbekanntes Terrain vorzudringen, ging über Jahrzehnte anhand der Texte Kafkas der Frage nach, welche Kinos Kafka besuchte, welche Filme, Szenen und Schauspieler ihn nachhaltig beschäftigten. Niemand hatte je zuvor darüber nachgedacht, dass der Intellektuelle Kafka den zu seiner Zeit so gering geschätzten »Kintop« so sehr liebte. Zischler sammelte Fotos, Programmzettel, Plakate und stöberte in Archiven nach den längst vergessenen Filmrollen.

Vortrag
Mi, 16. Okt 2019
In Kooperation mit: 
Arie-Goral-Gesellschaft

Der Schriftsteller, Maler und Journalist Arie Goral ist in Hamburg aufgewachsen und seit seiner Jugend eng mit der jüdischen Geschichte Hamburgs und speziell mit dem ehemaligen jüdischen Grindelviertel verbunden. Er erlebte unmittelbar den sogenannten Judenboykott am 01.04.1933 und musste danach aus Deutschland fliehen.

Gespräch
Do, 10. Okt 2019
Erfolge, Chancen und Herausforderungen

71 Jahre nach seiner Gründung glänzt Israel als weltweit führender Hightech-Standort. Silicon Wadi, das Silicon Valley Israels, ist das Zentrum der globalen Hightech-Industrie; der israelische Gründergeist ist weltweit einzigartig. Es treffen dort 6500 Start-ups auf 8,5 Millionen Einwohner. Die Chancen und Herausforderungen dieser Erfolgsgeschichte diskutieren wirtschaftliche und politische Vertreter aus Israel und Deutschland. Die Teilnehmer sind:

Konzert
Di, 24. Sep 2019
Mit Pjotr Meshvinski, Natalia Alenitsyna und Emanuel Meshvinski

Schon im März 1933, kurz nach der nationsozialistischen Machtübernahme, wurden jüdische Musiker*innen aus dem Musikleben Hamburgs entfernt. Nur im Rahmen der im Mai 1933 gegründeten „Gemeinschaft Jüdischer Künstler“, aus der später der „Jüdische Kulturbund Hamburg“ hervorging, konnten viele der hoch angesehen und anerkannten jüdischen Musiker noch öffentlich auftreten. In dieser schwierigen Zeit gründete sich im Oktober 1934 das Jüdische Kammerorchester Hamburg, um den in Hamburg lebenden jüdischen Musikern weiter die Möglichkeit zu bieten, Konzerte zu geben. Um an dieses Kapitel der Hamburger Musikgeschichte zu erinnern und einen „Musikalischen Stolperstein“ zu setzen, gründeten der Cellist Pjotr Meshvinski und die Geigerin Natalia Alenitsyna, die im Jahr 1991 als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Hamburg gekommen waren, im Jahr 2018 gemeinsam mit anderen Musikern das Jewish Chamber Orchestra Hamburg.

Das Programm für das Konzert im Jüdischen Salon orientiert sich an der Vielseitigkeit des Jüdischen Kammerorchesters und umfasst neben dem jüdischen Komponisten Hans Kràsa auch Werke von Händel, Bach und Ernst von Dohnànyi.

BuchvorstellungGespräch
Do, 5. Sep 2019
Mit dem Autor Bernd Witte

Die jüdische Tradition ist im kulturellen Gedächtnis der Deutschen weitgehend ausgelöscht. Dies ist aufs engste verbunden mit dem Weimarer Klassizismus.

Mit der Begeisterung von Schiller und Goethe für die griechische Antike und ihren sinnlich-schönen Polytheismus wurde die ethische Instanz eines Monotheismus, der das Bilderverbot in den Mittelpunkt gerückt hatte, verdrängt. Der Germanist Bernd Witte hinterfragt die ideologischen Wurzeln, aus denen das kulturelle Selbstverständnis der Deutschen erwachsen ist. Er weist nach, wie von dem Antijudaismus der Weimarer Klassik und dem deutschen „Griechenkult“ eine Spur führt zu Rassen-Antisemitismus und völkischer Mythologie bis hin schließlich zum Nationalsozialismus.

GesprächVortrag
Mi, 21. Aug 2019
mit Anat Feinberg
(c) Jürgen Bauer, mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp Verlags

Der Schriftsteller Amos Oz ist einer der großen Chronisten des Landes Israel,  ein Meister der hebräischen Sprache, der in präziser und sensibler Rede wunderbar Wort an Wort zu fügen wusste.  In seinen Werken spiegelt sich das Lebensgefühl eines Landes, in dem sich vieles überkreuzt: Das Gegenwärtige und das Uralte, das Problem des Überlebens, begleitet von neuer Gewalt und der immer erneuten Suche nach Gerechtigkeit, die Erinnerung an die Shoah und der harte Kampf um das neue Land, die Sehnsucht nach der Kultur des „wunderbaren und tödlichen“ Europas und der Alltag in der Hitze eines Wüstenlandes. Seiner Heimat Israel in großer Liebe verbunden, setzte sich Amos Oz –  keine Konflikte scheuend – literarisch wie politisch immer wieder auch kritisch mit den aktuellen politischen Entwicklungen seines Landes auseinander und plädierte für einen dauerhaften Frieden mit den palästinensischen Nachbarn.

BuchvorstellungGespräch
Di, 25. Jun 2019
Mit Amir Eshel und Thomas Sparr
Amir Eshel, Gerhard Richter_Zeichnungen-Gedichte und Bilder

Zeichnungen, dieser Band mit seinem schlichten und doch vielfältige Assoziationen weckenden Titel, besteht aus hebräisch-deutschen Gedichten von Amir Eshel und Zeichnungen aus Gerhard Richters Zyklus 40 Tage. Er ist aus einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen dem Lyriker und dem Maler hervorgegangen, einem sich fortsetzenden Zwiegespräch, das immer wieder um die Kraft der Kunst kreiste, vor allem im Kontext einer vom Zweiten Weltkrieg und der Shoah geprägten Vergangenheit. Zeichnungen wie Gedichten sei eine „Handbewegung“ eigen – so Eshel – die den flüchtigen Moment aufgreift und festzuhalten sucht, um Gefühlen, die durch augenblickliche Erfahrungen ausgelöst sind, einen ästhetisch minimalistischen Ausdruck zu geben. Daraus ist auch ein Dialog zwischen Sprachen, Erinnerungen und künstlerischen Ausdrucksformen entstanden, der sich nicht nur zwischen den Seiten des Buches weiter entfaltet.

BuchvorstellungGespräch
Di, 18. Jun 2019
Mit dem Autor Caspar Battegay
Caspar Battegay_Geschichte der Möglichkeit

Im 20. Jahrhundert entsteht eine Vielzahl an Utopien, die durch technische oder ökonomische Projekte die Optimierung der Menschheit imaginieren. Dazu gehören auch der Zionismus und seine Literatur, die eine Lösung der sogenannten „jüdischen Frage“ durch einen eigenen (National-)Staat vorstellt. Dass daneben zahlreiche utopische Texte existieren, die das Judentum gerade als eine Gemeinschaft in der Diaspora konzipieren, ist heute oft in Vergessenheit geraten.
 

BuchvorstellungGespräch
Di, 21. Mai 2019
Mit dem Autor Eshkol Nevo
Eshkol Nevo: Über uns

Was wissen wir über die Menschen, die mit uns Tür an Tür wohnen und die wir am Briefkasten treffen? In seinem 2018 auf Deutsch erschienenen Roman Über uns wirft Eshkol Nevo einen Blick hinter die Fassade eines Mehrfamilienhauses in einem Vorort bei Tel Aviv. So unterschiedlich die Lebensschicksale seiner Bewohner*innen zunächst erscheinen, gemeinsam sind ihnen doch die verborgenen Sehnsüchte und Geheimnisse, die auf jeder der drei Etagen langsam ans Licht kommen… Mitfühlend und eindringlich erzählt Nevo von der Einsamkeit und der Selbsttäuschung seiner Figuren.

BuchvorstellungGespräch
Mo, 6. Mai 2019
Mit dem Autor Benjamin Balint
In Kooperation mit: 
Berenberg Verlag
Benjamin Balint: Kafkas letzter Prozess

Der berühmteste Koffer der Literaturgeschichte hätte es beinahe nicht geschafft. Max Brod hatte ihn bei sich, als er 1939 mit dem letzten Zug von Prag nach Palästina floh. Im Koffer: Manuskripte, Notate, Kritzeleien seines Freundes Franz Kafka. Jahrzehnte später entspann sich darum ein Gerichtskrimi, der erst 2016 ein Ende fand. Vordergründig wurde über den Nachlass von Max Brod entschieden, doch standen noch ganz andere Fragen im Raum: War Kafka vor allem ein jüdischer Autor? Wo ist sein Erbe richtig aufgehoben? In Israel? Oder in jenem Land, in dessen Namen Kafkas Familie einst ausgelöscht wurde? Eine filmreife Geschichte, die nicht nur zeigt, weshalb die Frage, wem Kafka gehört, zum Glück nie entschieden werden kann.

BuchvorstellungGespräch
Mo, 15. Apr 2019
– mit Max Beck, Nicholas Coomann und Felix Hempe
Max Beck

Der Aufstieg des Nationalsozialismus führte im 20. Jahrhundert zu einem tiefen Einschnitt in der deutschsprachigen Philosophie. Ein Großteil der Intellektuellen sah sich gezwungen, den Herrschaftsbereich der Nationalsozialisten zu verlassen und die Mehrheit der oft jüdischen Philosophen, denen die Emigration gelang, fand schließlich in den USA Zuflucht. Der von Max Beck und Nicholas Coomann herausgegebene Sammelband Historische Erfahrung und begriffliche Transformation. Deutschsprachige Philosophie im Exil in den USA 1933–1945 fragt erstmals in übergreifender Perspektive nach der Bedeutung der amerikanischen Exilerfahrung zwischen 1933 und 1945 für die philosophische Theorieentwicklung. Im Zentrum der Untersuchungen stehen dabei u.a. die Philosophen Rudolf Carnap, Ernst Cassirer, Max Horkheimer, Hannah Arendt, Hans Kelsen und Siegfried Kracauer.

BuchvorstellungVortrag
Mi, 10. Apr 2019
– mit der Herausgeberin Brigitte van Kann und der Schauspielerin Marina Galic
Reli Alfandari mit ihrem Bruder und ihren Eltern, Belgrad 1939 © Privatarchiv

Als die deutsche Wehrmacht 1941 Jugoslawien überfällt, beginnt ein Alptraum für die serbischen Juden. Für das, was ihr und ihrer Familie angetan wird, findet Reli Alfandari Pardo erst viele Jahrzehnte später Worte. Anders als Anne Frank, mit der sie heute in Serbien verglichen wird, überlebt sie in Verstecken. Der auf Französisch geschriebene autobiografische Roman ist aus der Perspektive des Kindes, des jungen Mädchens erzählt – mitreißend und emotional tief berührend. Das Buch öffnet eine Tür zu einem kaum bekannten schmerzlichen Kapitel europäischer Geschichte: der Zweite Weltkrieg und die Shoa auf dem Balkan.

BuchvorstellungGespräch
Do, 21. Mär 2019
– mit dem Autor Mark Schaevers

1932 beziehen zwei der vielversprechendsten neuen Talente des deutschen Kunstbetriebs ihre Räume in der römischen Villa Massimo: Arno Breker und Felix Nussbaum. Die Stipendiaten sollen frei von finanziellen Sorgen in der Ruhe des Hauses ihre künstlerische Formensprache vervollkommnen. Doch der Lauf der Geschichte macht innerhalb weniger Monate den einen zum Großkünstler des Dritten Reichs und den anderen zu einem Entrechteten und Gehetzten. Als Goebbels im Mai 1933 der römischen Künstlervilla einen Besuch abstattet, ist Nussbaum schon von dort vertrieben. Für ihn und seine Frau beginnt eine rastlose Odyssee durch Europa, die über Italien nach Frankreich, dann nach Ostende und letztendlich nach Brüssel führt. Auch in der Illegalität malt Nussbaum weiter, in seinen geheimen Ateliers entstehen unglaubliche Bilder.

GesprächVortrag
Do, 14. Mär 2019

Die Zeit der Aufklärung in Europa führte zu diversen Strömungen im Judentum, darunter auch zum Reformjudentum. Was versteht man unter Reformjudentum, welche Entwicklungen erlebte das Reformjudentum bis heute? Rabbiner Lengyel betreut als Rabbiner die Reformsynagoge der Jüdischen Gemeinde Hamburg. Sein Werdegang ist eine Besonderheit in der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland heute.  

Mo, 4. Mär 2019
Ein moderierter Klavierabend

Fantastische Geschichten und Gestalten werden in der Musik dieses Abends anklingen. Mit Werken von Schumann, Ravel und den jüdischen Komponisten Ernest Bloch und György Kurtag wird das Mystische der Nacht und ihre geheimnisvolle Faszination heraufbeschworen.

Frau Polinskaja wird zwischen den Stücken einige Quellen aus der Literatur und Kunst erläutern, die eine Inspirationsquelle für diese besonderen Werke waren. Auch zu den etwas weniger bekannten jüdischen Komponisten Bloch und Kurtag (*1926) wird es eine kurze Einführung geben.

BuchvorstellungGespräch
Di, 26. Feb 2019
Mit Jonas Fegert, Mitherausgeber, unterhält sich die Autorin Viola Roggenkamp

Weshalb leben junge Juden in Deutschland? Ist es Berlin? Sind es die Geschichten der Großeltern? Was zieht sie ausgerechnet in dieses Land? Und warum nicht ausgerechnet Deutschland? Juden scheinen begründen zu müssen, weshalb sie in Deutschland leben. Aber vor wem? Vor den Deutschen? Vor den Eltern? Vor sich selbst? Die Jüdinnen und Juden, denen man in diesem Buch begegnet, sind hier, um vielem zu widersprechen, worin sich die deutsche Gesellschaft mit ihren jüdischen Mitbürgern in den vergangenen Jahrzehnten einigermaßen eingerichtet hatte. Sie wollen Juden in Deutschland sein und nicht jüdische Deutsche. Sie suchen nicht die Nähe zur Mehrheit, sondern zu anderen Minderheiten. Sie alle sind oder waren Studierende des ELES, des deutsch-jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks, das vor zehn Jahren gegründet wurde. Das verbindet sie. Ihre Texte sind biographisch-literarisch erzählend, polemisch herausfordernd, soziologisch unterrichtend über die Vielfältigkeit von gerade mal 150.000 Juden in Deutschland.

GesprächVortrag
Di, 19. Feb 2019
– mit dem Hamburger Landesrabbiner Shlomo Bistritzky

Das orthodoxe Judentum ist neben dem Reformjudentum eine Hauptströmung des Judentums. Die deutsche Öffentlichkeit macht es sich vielfach mit der Bewertung des orthodoxen Judentums sehr leicht, ohne über wirkliche Kenntnisse zu verfügen. Rabbiner Bistritzky wird einige wesentliche Aussagen des orthodoxen Judentums erläutern und darüber berichten, wie er als orthodoxer Jude in Hamburg lebt.

Do, 14. Feb 2019
Regie und Bearbeitung für den NDR von Irene Schuck, Einführung von Susanne Hoffmann, NDR Hörspiel
In Kooperation mit: 
NDR Info

Er ist wohlhabend und gebildet, angesehener Kaufmann und Unternehmer, ein Bürger durch und durch. Und er ist Jude. Obwohl die Welt um ihn herum gerade in Scherben zerbricht und die Gewaltexzesse gegen Juden in vollem Gange sind, wähnt er sich in Sicherheit. Doch dann poltert die Gestapo in seine Wohnung und er muss fliehen. Hals über Kopf: „Mir ist der Krieg erklärt worden, mir persönlich.“ Mit einer Aktentasche voller Geld reist er ziellos umher. Rattert auf Gleisen erschöpft durch eine Republik, in der er nicht mehr leben darf.

GesprächVortrag
Mi, 30. Jan 2019
Zum 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler - mit Jakob Hessing

Else Lasker-Schüler ist eine der großen deutschsprachigen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Vor 150 Jahren wurde sie am 11.2.1869 in Elberfeld/Westfalen geboren. Seit 1894 lebte sie in Berlin, wo sie ein exzentrisches Leben führte. Die Dichterin stand mit Peter Hille, Herwarth Walden und Gottfried Benn in nahem Kontakt und war mit Karl Kraus, Georg Trakl und Franz Marc befreundet. Als die Nazis an die Macht kamen, musste sie Deutschland verlassen. Über Umwege gelangte sie schließlich ins damalige Mandatsgebiet Palästina, ihr geliebtes „Hebräerland“, in dem sie doch nie wirklich heimisch zu werden vermochte. Am 22. Januar 1945 verstarb sie einsam in Jerusalem, das immer auch ein Ort des Exils für sie geblieben war.

BuchvorstellungGespräch
Di, 15. Jan 2019
Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte - mit Galina Jarkova
In Kooperation mit: 
Liberale Jüdische Gemeinde Hamburg e. V.

Die Autorin Alexandra Litwina und die Illustratorin Anna Desnitskaya erzählen in ihrem so gelungenen Bilderbuch die Geschichte Moskaus, Russlands und der Sowjetunion im ganz Kleinen. Durch die präzise Beschreibung eines Hauses, seinen Wohnungen und ihren Bewohnern, erfährt der Leser über Alltag, Geschichte und Politik während der Jahre 1902 bis 2002.

Lesung
Do, 10. Jan 2019
- mit Katharina Adler

Für Katharina Adler war die widerständige Patientin Dora, die eigentlich Ida hieß, lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die – nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung – zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. „Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Ich wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt.“