


Eli Gross (1939–1996) hat den öffentlichen Raum Israels visuell mitgestaltet - und ist heute fast vergessen. Ausgebildet in den Niederlanden, übernahm er die klare, funktionale Bildsprache des Swiss Styles (auch: International Typographic Style), die ein rationales, gesellschaftlich verantwortliches Designverständnis spiegelte. Ab 1972 setzte sein Tel Aviver Design Studio neue Maßstäbe, entwarf etwa die israelischen Briefkästen, Brandings für Krankenkassen, Banken und Hochschulen bis zum Ben-Gurion-Terminal 1.
Gross beteiligte sich an Ausstellungen, gestaltete Bücher, Plakate und Logos. Als Dozent in Jerusalem und Haifa prägte er die Ausbildung einer neuen Generation israelischer Gestalter. Liad Shadmi hat Gross’ Werk rekonstruiert und neues Material entdeckt. Er zeigt, wie Eli Gross die europäische Moderne nach Israel übertrug - und stellt seinen Beitrag zur israelischen Designgeschichte vor.
Liad Shadmi ist Grafikdesigner und Designforscher mit Sitz in Hamburg. Er arbeitet an der Schnittstelle von Designgeschichte und visueller Kultur und interessiert sich besonders für wenig dokumentierte Vermächtnisse.
Gastgeberin ist Jasmin Sohnemann
